Wien. Das Wiener Rathaus ist zur riesigen Spielhalle geworden: Zehntausende Besucher werden zur Game City, der größten Videospielmesse Österreichs, erwartet. Sie startet heute, Freitag, und dauert bis Sonntag. Auf 10.000 Quadratmeter Fläche können die Besucher die aktuellsten Titel kostenlos anspielen, sich über Neuheiten in Sachen Soft- und Hardware informieren oder auch an einem E-Sport-Turnier teilnehmen - eine Disziplin, die schon bald olympisch werden könnte.

Weltpremieren wie bei den großen Brüdern E3 (in Los Angeles) und Gamescom (Köln) werden in Wien zwar nicht erwartet. Dafür soll auf der Game City das größte Fortnite-Turnier im deutschsprachigen Raum ausgetragen werden. Dabei kämpfen dutzende Spieler auf einer schrumpfenden Karte gegeneinander. Wer am Schluss übrig bleibt, gewinnt. Weltweit wird der Titel von rund 80 Millionen Nutzern gespielt. Die Anmeldung vor Ort ist gratis.

Auf der Game City wird auch das Finale der A1-E-Sports-League ausgetragen, die mit insgesamt 32.000 Euro dotiert ist. Daneben gibt es zahlreiche informative Veranstaltungen, etwa den Workshop "Schule und Gaming", bei dem erklärt wird, wie auch schon Volksschüler mit Spielen gefördert werden können. Oder man kann sich darüber informieren, welche Förderungen man in Wien für die Entwicklung von Videospielen erhält. Zeitgleich mit der Gamecity findet die Fachtagung Frog statt. Dabei widmen sich internationale Wissenschafter, Spieleentwickler, Spieler und Lehrende der Zukunft des Computerspielens.

80.000 Besucher erwartet

Die Bereiche 16 plus und 18 plus sorgen für eine altersgerechte Präsentation der Inhalte und können nur mit dem entsprechenden Nachweis (Bändchen) betreten werden. Dieses ist auch notwendig, um bei der "Langen Nacht" bis Mitternacht zocken zu können. Ein buntes Highlight wird die Cosplayer-Parade am Samstag sein, bei der sich Fans als Spielfiguren verkleiden.

Am Samstag findet eine Cosplayer-Parade statt. - © Tischler
Am Samstag findet eine Cosplayer-Parade statt. - © Tischler

Der weltweite Spielemarkt hat im Vorjahr 122 Milliarden US-Dollar betragen. Das holländische Digitalanalyseunternehmen Newzoo prognostiziert, dass es 2018 rund 138 Milliarden Dollar sein werden, die 2,3 Milliarden Spielern rund um den Globus umsetzen. Die Hälfte davon geht übrigens auf das Konto von Handyspielen. Da überraschen die Besucherzahlen der Game City nicht weiter: 2017 besuchten 77.000 Menschen die Messe im Rathaus, heuer wollen die Veranstalter die 80.000er-Grenze knacken.