• vom 02.04.2010, 17:06 Uhr

Europa


Putin bringt Waffen und Ölgeschäfte




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Russischer Ministerpräsident besucht Venezuela.
  • Moskau/Caracas. (gf) Es war nur die letzte Tranche von 38 Mehrzweckhelikoptern, die Caracas schon 2006 bestellt hatte. Dass bei der Übergabe der vier Mi-17-Hubschrauber aber der russische Ministerpräsident Wladimir Putin dabei war, war ein Symbol - ein Symbol für die immer stärkeren Bande zwischen Venezuela und Russland.

Putin, zum ersten Mal bei Präsident Hugo Chavez, brachte auch weit mehr mit als nur die Hubschrauber. Waffen- und Ölgeschäfte standen im Vordergrund, und so nebenbei ging es auch noch um zivile Flugzeuge - Venezuela will 50 Antonow 148 und Amphibienflugzeuge Be-200 kaufen.


Vor allem sollten aber die Deals vorangetrieben werden, die schon im September 2009 bei einem Chavez-Besuch in Moskau beschlossen wurden. Dabei geht es um den Kauf von 92 T-72-Panzern und anderem Rüstungsmaterial, für den Russland einen 2,2-Milliarden-Dollar-Kredit gewährt.

Aber Russland kauft nicht nur Waffen, sondern steigt auch in das venezolanische Ölgeschäft ein. So wurden die Unterschriften unter ein Joint Venture gesetzt, das großen russischen Energiefirmen wie Gazprom und Rosneft den Einstieg in die Erschließung des Ölfeldes "Junin 6" ermöglicht. Noch heuer soll im Delta des Orinoco-Flusses die gemeinsame Arbeit beginnen, 2011 sollen bereits 450.000 Barrel pro Tag gefördert werden.

Nebenbei legte Putin auch den Grundstein für eine neue russisch-orthodoxe Kathedrale in der venezolanischen Hauptstadt Caracas. An der Größe der russischen Gemeinde dürfte der Bau kaum liegen, sie zählt nur etwa 5000 Personen, einige hundert davon russische Staatsbürger. Eher dürfte die Pflege der gegenseitigen Beziehungen im Vordergrund stehen - ebenso wie bei der Tatsache, dass Venezuela eines von drei Ländern außer Russland ist, das die Unabhängigkeit der von Georgien losgelösten Provinzen Abchasien und Süd-Ossetien anerkennt.

In Caracas sollte Putin auch Boliviens Präsident Evo Morales treffen, laut russischen Angaben auf Wunsch von Morales. Gesprächsthema: Mögliche Kooperation in Energiefragen.



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2010-04-02 17:06:10
Letzte Änderung am 2010-04-02 17:06:00

Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Zwei verschiedene Kassenwelten
  2. Kritik an Cannabis-Erlass der Regierung
  3. Europas Universitäten wehren sich
  4. Für Steuerreform 2020 bleibt weniger Geld
  5. Patient nach falscher Injektion tot
Meistkommentiert
  1. Jugendliche Flüchtlinge werden verlegt
  2. Köstinger bremst Hofer ein
  3. Kritik an und Anzeige gegen Waldhäusl
  4. Rendi-Wagner erwartet Rückkehr der Wähler
  5. FPÖ klagt Republik

Werbung




Werbung