• vom 30.04.2011, 15:24 Uhr

Europa

Update: 20.06.2011, 12:37 Uhr

EU

Neue Vorwürfe gegen Martin




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online

  • Befreundeter Psychologe soll über 800.000 Euro von EU-Abgeordneten erhalten haben
  • Martin weist Vorwürfe zurück.
  • Wien. Von dem Europaabgeordneten Hans-Peter Martin (Liste Martin) soll ein in Tübingen angesiedeltes Unternehmen namens "Support and Solutions" nach Informationen des Nachrichtenmagazins "profil" laut Rechenschaftsbericht 832.800 Euro aus der Wahlkampfkostenrückerstattung erhalten haben.

Hans-Peter Martin erneut unter Beschuss.

Hans-Peter Martin erneut unter Beschuss.© apa/hds/Harald Hans-Peter Martin erneut unter Beschuss.© apa/hds/Harald

Hinter dem weder in einer Datenbank noch im Telefonverzeichnis aufscheinenden "Dienstleistungsunternehmen" stehe ein mit Martin befreundeter Tübinger Psychologe, berichtet das Magazin laut Vorausmeldung in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.


Beide betonen laut "profil", das Unternehmen habe die "Liste Martin" mit "Projektbegleitung, strategischer Planung und Beratung, Supervision und Coaching unterstützt", entsprechende Belege wären den Wirtschaftsprüfern vorgelegt worden. Laut der Sachverhaltsdarstellung, welche der Staatsanwaltschaft vorliege, bestehe der Verdacht der "vermutlichen Täuschung der Wirtschaftsprüfung durch Vorlage von Scheinbelegen".

Martins Frau soll laut "profil" erst im September 2010 ein Verzeichnis der angeblichen Leistungen des Psychologen erstellt haben - darunter auch die regelmäßige "Vor- und Nachbereitung" von Martins Kolumne in der "Kronen-Zeitung". Der Psychologe selbst lieferte Martin erst, nachdem die Wirtschaftsprüfer Nachweise verlangt hatten, allgemeine Konzepte etwa über "Gesprächsführung" und "Präsentation", die keinen Bezug zur "Liste Martin" aufweisen, heißt es in dem Artikel.

Martin bestreitet

Martin bestreitet die Vorwürfe. Er hat der "Support and Solutions" nach eigenen Angaben nur 694.000 Euro bezahlt. In einer Aussendung erklärte der EU-Abgeordnete am Samstag, "Support and Solutions" sei eine "Dienstleistungsfirma, die mit verschiedenen Consultern und Firmen zusammenarbeitet, aber selbst nicht an die Öffentlichkeit tritt." Hartmut Deutschmann habe Psychologie studiert und sei seit 1997 erfolgreicher Unternehmensberater. "Er stellt als Geschäftsführer der Firma MTO mit 80 festen Mitarbeitern der 'Support and Solutions' ein breites Know-how und Ressourcen zur Verfügung. Zu den Partnern zählen Universitäten und international erfolgreiche Beratungsunternehmen. Das Support and Solutions-Netzwerk hat für die Liste Martin über Jahre hinweg unter anderem folgende Leistungen erbracht: strategische Planung und Beratung, Mitarbeit an einer internationalen Kandidatur freier Bürgergruppen bei den Europawahlen 2009 und Mediencoaching", heißt es in der Aussendung.




Schlagwörter

EU

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2011-04-30 15:24:00
Letzte Änderung am 2011-06-20 12:37:39


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Breitseite gegen Kassenreform
  2. Lansky verweigert de facto die Aussage
  3. Belastungszeugin traf Kickl
  4. 687 Millionen Euro gegen Kinderarmut
  5. Aufregung um UVP-Abänderungsantrag
Meistkommentiert
  1. Lautstarke Demo gegen die türkis-blaue Regierung
  2. Kurz setzt Seenotretter und Schlepper faktisch gleich
  3. Regierung bleibt dabei: Keine Volksabstimmung zum Rauchverbot
  4. Rendi-Wagner: "Bedauerlich, aber zu respektieren"
  5. Maurer-Urteil beschäftigt die Politik

Werbung




Werbung