• vom 08.01.2009, 18:05 Uhr

Europa

Update: 08.01.2009, 18:06 Uhr

EU verbietet Island Euro-Einführung




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  • Kommissar Rehn: Fall Montenegros ist "einzigartig".
  • Reykjavik/Helsinki. Sollte die in Island von mehreren Seiten geforderte, einseitige Einführung des Euro als offizielle Währung kommen, könnte dies für die Nordatlantikinsel zu einem Stolperstein auf dem Weg zur EU-Mitgliedschaft werden.

Wie der finnische EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn in einem Interview mit der isländischen Tageszeitung "Morgunbladid" betonte, sei Island als "normal entwickelter Staat in Europa" gut beraten, von diesem Plan abzusehen. "Wir unterstützen die einseitige Einführung des Euro nicht und würden eine solche auch nicht akzeptieren", so Rehn. Zuerst müsse das krisengebeutelte Land der EU beitreten sowie die Maastrichter Kriterien erfüllen.


Der EU-Kommissar lehnte auch den gelegentlich bemühten Vergleich mit Montenegro ab, das den Euro 2002 einseitig zur Staatswährung erklärt hat. Der Fall Montenegros sei wegen des Jugoslawienkrieges und seiner Folgen "einzigartig". Weiters wies der Finne darauf hin, dass in dem Balkanland bereits vor dem Euro die Deutsche Mark als Landeswährung in Verwendung war. In EU-Kreisen wird vielfach damit gerechnet, dass Island noch heuer einen Beitrittsantrag nach Brüssel schicken könnte. Montenegro hatte seinen Aufnahmeantrag schon am 15. Dezember 2008 gestellt.

Islands Parteien pro EU

Für die isländischen Politiker gilt es allerdings noch, eine Reihe innenpolitischer Konflikte und Fragen zu lösen. So plant etwa die bisher EU-skeptische konservative "Unabhängigkeitspartei" von Premierminister Geir Haarde eine europapolitische Neuorientierung auf ihrem Parteitag Ende Jänner. Die mitregierenden Sozialdemokraten hatten zuletzt mit Neuwahlen gedroht, sollten die Konservativen nicht auf eine Pro-EU-Linie umschwenken.

Island stand im Herbst als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise vor dem Ruin und konnte nur durch Milliardenkredite vor der sicheren Staatspleite bewahrt werden. Im gleichen Zeitraum hatte die isländische Krone mehr als 70 Prozent an Wert verloren.



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Dokument erstellt am 2009-01-08 18:05:39
Letzte Änderung am 2009-01-08 18:06:00

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