• vom 18.10.2011, 19:25 Uhr

Europa


NATO

Kosovos Serben lassen Nato-Ruf nach Zusammenarbeit verhallen




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  • KFOR musste ihre Aktionen im Norden des Landes erneut verschieben.

Pristina.

Den KFOR-Truppen an den Grenzübergängen im Norden Kosovos trotzen die Serben mit Straßenblockaden.

Den KFOR-Truppen an den Grenzübergängen im Norden Kosovos trotzen die Serben mit Straßenblockaden.© REUTERS Den KFOR-Truppen an den Grenzübergängen im Norden Kosovos trotzen die Serben mit Straßenblockaden.© REUTERS

Es war nicht die erste Frist, die nicht eingehalten wurde. Einmal mehr kamen die Serben im Nordkosovo der Aufforderung der internationalen Schutztruppe KFOR nicht nach, die Blockaden an den Grenzposten zu Serbien zu räumen. So mussten die Soldaten am gestrigen Dienstag auf ihren Plan verzichten, zwei Konvois zu den Übergängen Jarinje und Brnjak zu entsenden.


Zu dem Zeitpunkt war die von KFOR-Befehlshaber Erhard Drews vorgegebene Frist für die Beseitigung der Barrikaden bereits abgelaufen. Doch statt diese zu räumen, haben sich ortsansässige Serben erneut vermehrt an den Straßensperren versammelt. Ein KFOR-Konvoi, der an einer serbischen Barrikade in der Ortschaft Jagnjenica bei Zubin Potok angehalten wurde, kehrte kurz nach Mittag in seinen Stützpunkt südlich von Mitrovica zurück.

Nach Angaben des Bürgermeisters von Zubin Potok, Slavisa Ristic, ist mit der KFOR die Einigung erzielt worden, die Entsendung der Konvois bis zum heutigen Mittwoch zu verschieben. Zuvor sollten sich die Gemeinderäte der vier nordkosovarischen Gemeinden zur Lösung des Barrikadenproblems äußern. Nach Angaben lokaler serbischer Politiker sollen dadurch die Durchfahrten für die KFOR gesichert werden.

Auch Belgrad unter Druck
Doch die Bemühungen zur Beendigung der Grenzzwistigkeiten haben auch nach Monaten keine Früchte getragen. Im Juli kam es zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Serben, KFOR und kosovarischen Polizisten. Und im September wurden neue Barrikaden an den Grenzübergängen errichtet. Damit protestieren die Serben gegen die Anwesenheit von kosovarischen Zöllner. Sie erkennen die Autorität Pristinas nicht an.

Doch steht auch Belgrad unter Druck. Serbien, dessen Einfluss im Nordkosovo groß ist, muss seine Beziehungen zum Nachbarland, dessen Unabhängigkeit es nicht akzeptiert, normalisieren. Dies ist wichtig für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union, die Belgrad so schnell wie möglich starten möchte.




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NATO, Kosovo, KFOR

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Dokument erstellt am 2011-10-18 19:32:10


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