• vom 11.04.2012, 11:55 Uhr

Europa

Update: 11.04.2012, 15:22 Uhr

Korruption

Griechischer Ex-Vizepremier Tsohatzopoulos festgenommen




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  • PASOK-Ikone unter Korruptionsverdacht
  • Tsohatzopoulos soll Schmiergelder beim Kauf von U-Booten kassiert haben.

Akis Tsohatzopoulos während seiner Festnahme. - © APAweb/epa/Alkis Konstantinidis

Akis Tsohatzopoulos während seiner Festnahme. © APAweb/epa/Alkis Konstantinidis

Athen. Der frühere griechische Vizepremier Akis Tsohatzopoulos ist wegen Korruptionsverdachts festgenommen worden. Die Athener Staatsanwaltschaft bestätigte am Mittwoch auf Anfrage, dass gegen ihn in seiner Eigenschaft als früherer Verteidigungsminister im Zusammenhang mit dem Kauf deutscher U-Boote Haftbefehl erlassen worden sei. Tsohatzopoulos soll Schmiergelder beim Kauf von U-Booten kassiert haben.

Der sozialistische Spitzenpolitiker und frühere stellvertretende PASOK-Vorsitzende wurde in seinem Haus in einem vornehmen Athener Viertel festgenommen. Innerhalb der nächsten fünf Tage muss ein Gericht entscheiden, ob er in Haft bleibt oder wieder auf freien Fuß kommt. Das griechische Parlament hatte vergangenen Juni bereits die Immunität von Tsohatzopoulos, der auch mehrmals Innenminister gewesen war, für seine vergangene Amtszeit aufgehoben. Er ist seit 2009 nicht mehr Mitglied des Parlaments. Die griechische Justiz war nach mehrjährigen Ermittlungen zu dem Ergebnis gekommen, Tsohatzopoulos sei bestochen worden. Er soll nicht ausreichend erklärt haben, woher er das Geld hatte, ein Haus in einem teuren Athener Viertel sowie andere luxuriöse Immobilien zu kaufen.

MAN-Tochter soll Bestechungsgelder gezahlt haben

Athen hatte im Jahre 2000 vier U-Boote des Typs 214 im Wert von 2,85 Milliarden Euro in Deutschland gekauft. Laut deutschen Ermittlern soll die ehemalige MAN-Tochter Ferrostaal Bestechungsgelder in Millionenhöhe gezahlt haben. Der Industriedienstleister Ferrostaal muss bereits mit knapp 140 Millionen Euro für Schmiergeldzahlungen büßen, die der Firma nach der Jahrtausendwende lukrative U-Boot-Aufträge in Griechenland und Portugal einbrachten. Ein ehemaliger Vorstand und ein früherer Prokurist, die die Bestechungen eingefädelt hatten, waren im Dezember 2011 vor dem Landgericht München zu Freiheitsstrafen von jeweils zwei Jahren auf Bewährung sowie zu Geldstrafen von 36.000 beziehungsweise 18.000 Euro verurteilt worden.

Tsohatzopoulos war einer der führenden Köpfe der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung (PASOK) in der Regierungszeit des verstorbenen Ministerpräsidenten Andreas Papandreou.




Schlagwörter

Korruption, Griechenland

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Dokument erstellt am 2012-04-11 11:55:47
Letzte Änderung am 2012-04-11 15:22:09


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