• vom 08.08.2008, 17:44 Uhr

Europa

Update: 08.08.2008, 17:45 Uhr

Christdemokrat Antonio Gava gestorben




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  • Königsmacher in Italiens Politik der Achtzigerjahre.
  • Wien/Rom. (rm) Nur wenige Tage nach seinem 78. Geburtstag ist in Rom Antonio Gava, einer der führenden Männer der alten christdemokratischen Partei (DC) von den Siebziger- bis zu den Neunzigerjahren, gestorben. Gava entstammte einer Politikerfamilie, die in Neapel jahrzehntelang die Fäden in der christdemokratischen Partei zog. Sein Vater Silvio war in 13 Regierungen von den Fünfziger- bis Anfang der Siebzigerjahre Minister. Antonio Gava selbst wurde 1972 erstmals ins Parlament gewählt und war in sieben Regierungen Minister - für Post- und Telekommunikation, Finanzen und zuletzt von 1988 bis 1990 Innenminister. In der neapolitanischen DC galt er als Vizekönig, in der gesamtitalienischen Partei als Königsmacher. 1990 zog er sich nach einem Schlaganfall aus der Politik zurück.

Als die DC Anfang der Neunzigerjahre aufgrund zahlreicher Skandale zerfiel, sank auch Gavas Stern. 1993 wurde er unter dem Verdacht von Kontakten mit der Camorra, der neapolitanischen Mafia, festgenommen und stand dann zwei Jahre lang unter Hausarrest. Erst 2006 wurde er im Berufungsprozess freigesprochen. Gava verklagte anschließend den italienischen Staat auf eine Entschädigung von 38 Millionen Euro, davon 10 Millionen für moralischen Schaden und 15 Millionen wegen der Schädigung seines Ansehens.




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Dokument erstellt am 2008-08-08 17:44:52
Letzte Änderung am 2008-08-08 17:45:00


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