• vom 07.01.2019, 18:07 Uhr

Europachronik

Update: 07.01.2019, 18:24 Uhr

Wetter

"Der Himmel ist schwarz"




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Von Petra Tempfer

  • Lawinengefahr im Westen hält an, eine weitere Schneefront droht.

Darunter verbirgt sich ein Dach: Feuerwehreinsatz in Pölstal in der Steiermark. - © apa/Gemeinde Pölstal

Darunter verbirgt sich ein Dach: Feuerwehreinsatz in Pölstal in der Steiermark. © apa/Gemeinde Pölstal

Wien. "Der Himmel ist ganz schwarz, und es fällt und fällt der Schnee", sagt Hugo Arnhof, der in Sankt Johann am Tauern in der obersteirischen Gemeinde Pölstal mit seiner Frau den Kirchenwirt führt. Seit Samstag sind einige Bewohner bei ihm und den umliegenden Gasthäusern einquartiert: Aufgrund der Lawinengefahr mussten 14 Häuser evakuiert werden. "Es sind vor allem Familien mit Kindern, sie mussten mit Skidoos geholt werden, weil die Straßen ja nicht befahrbar sind", sagt Arnhof zur "Wiener Zeitung". "Zum Glück sind keine Bauernhöfe betroffen, die sind voll mit Rindern." Eine Lawine habe bereits akut ein Haus bedroht. Diese hat die Feuerwehr "abgeschnitten", um sie in kleinen Teilen kontrolliert abgehen zu lassen. "So viel Schnee gab’s schon sehr lange nicht mehr", sagt Arnhof.

Katastrophenzustand ausgerufen
Hatte man am Wochenende noch auf eine Entspannung der Situation gehofft, hat sich diese nun sogar verschlechtert. Montagmittag hat die Gemeinde Pölstal nach tagelangen Schneefällen zusammen mit der Nachbargemeinde Hohentauern den Katastrophenzustand ausgerufen. Im Ortsteil St. Johann am Tauern sind laut Bürgermeister Alois Mayer rund 20 Menschen wegen gesperrter Straßen nicht erreichbar.


In der Obersteiermark blieb am Montag zudem die Zufahrt zur Planneralm in den Rottenmanner und Wölzer Tauern (Bezirk Liezen) gesperrt. Damit war auch ein beliebtes Gebiet für Schulskikurse abgeschnitten. Für zahlreiche Schüler fiel zudem der erste Unterrichtstag nach den Weihnachtsferien aus. Insgesamt waren rund 2000 Menschen nach wie vor vom Schnee eingeschlossen.

Versorgungsengpässe gebe es noch nicht, ein Problem stelle aber die ungelöste Frage der Notarzt-Versorgung dar, so Bürgermeister Mayer. Am Dienstag soll es zusammen mit der Gemeinde Hohentauern, dem Land und der Bezirkshauptmannschaft Murtal eine Einsatzbesprechung geben, in der das geklärt werden soll. Denn der starke Schneefall und Sturm machten Hubschrauberflüge schwierig.

Montagnachmittag sind dennoch zwei Maschinen des Bundesheeres von Aigen im Ennstal zu Versorgungs- bzw. Erkundungsflügen gestartet. Ein Hubschrauber sollte dringend benötigte Sauerstoffflaschen für einen Patienten in der abgeschnittenen Ortschaft Radmer (Bezirk Leoben in der Steiermark) bringen, dessen Vorrat am Mittwoch zu Ende geht.

Doch nicht nur die Steiermark ist betroffen. In Niederösterreich sind die Hochkar Alpenstraße und die gesamte Skiregion wegen Lawinengefahr bis auf weiteres geschlossen. Gäste, Mitarbeiter und Bewohner wurden evakuiert. Das für Freitag und Samstag geplante Damen-Europacuprennen des Skiclubs Göstling-Hochkar wurde abgesagt.

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Dokument erstellt am 2019-01-07 18:20:17
Letzte Änderung am 2019-01-07 18:24:49



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