• vom 30.01.2013, 14:57 Uhr

Europachronik

Update: 30.01.2013, 17:27 Uhr

Garrett McNamara

Der Ritt vor dem Kick









  • Surfen: Garrett McNamara bezwang Riesenwelle und hofft auf Weltrekord
  • Aberwitzige Projekte und geschickte Vermarktung machten McNamara bekannt.

Nazaré. (art) Als Garrett McNamara aus dem Wasser stieg, mit allen Knochen an der richtigen Stelle und einem breiten Grinsen im Gesicht, war für ihn alles "ziemlich überwältigend". Und das will was heißen bei einem Mann, der die Extreme nicht nur liebt, sondern ihnen regelrecht hinterherjagt. Zu diesem Zweck verbrachte der US-Amerikaner nun einige Zeit in der kleinen portugiesischen Küstenstadt Nazaré; er wollte die größte Welle finden, auf der je ein Mensch gesurft ist. Und er fand sie: Wie sein Team am Mittwoch mitteilte, hat er am Montag eine 100 Fuß hohe Monsterwelle bezwungen und damit mutmaßlich seinen eigenen Weltrekord von 78 Fuß aus dem Jahr 2011 gebrochen. Allerdings muss das erst verifiziert werden, damit der Rekord Gültigkeit erlangt.

Ein Höllenritt war es jedenfalls allemal, auf den im Internet veröffentlichten Videos ist McNamara nur als kleiner Punkt vor einer riesigen Wasserwand auszumachen. Es sei die größte Herausforderung seiner Karriere gewesen, berichtete er, hätte ihn die Welle in die Tiefe gezogen oder gegen die nahestehenden Klippen geschleudert - "ich weiß nicht, ob wir dann noch hier stehen würden". Sollte der Weltrekord bestätigt werden, wäre es ein weiterer Meilenstein in der Karriere des 45-Jährigen, die quasi mit dem Umzug der Familie von Massachusetts an die Nordküste Hawaiis begonnen hatte.

Der elfjährige McNamara, ein begeisterter Skateboarder, sei mit der Übersiedlung zunächst nicht glücklich gewesen, sagte er einmal in einem Interview. Die Mutter habe ihn schließlich mit dem Argument, man könne dort gut surfen, überzeugt. "Sie hat gesagt: Das ist wie Skateboarden, nur auf dem Wasser. Und es gibt keinen Beton, wenn man fällt."

Ritt auf der Gletscherwelle

McNamara probierte es aus und verfiel dem Sport, den er zunächst gemeinsam mit seinem Bruder und anderen in Hawaii trainierenden Athleten ausübte. Er gewann Contests, sein erstes Preisgeld und Sponsoren. Als das vor einigen Jahren nicht mehr genügte, setzte er sich neue Ziele: Er wollte in Sphären vordringen, die noch niemand anderer erreicht hatte. Kühne Projekte wie jenes im Jahr 2007, als er in Alaska auf einer Welle ritt, die von einem ins Meer stürzenden Gletscherbrocken ausgelöst worden war, und vor allem entsprechende Vermarktung machten ihn auch außerhalb der Szene bekannt. Im November 2011 stellte er ebenfalls in Nazaré mit einer 78-Fuß-Welle den bis jetzt gültigen Weltrekord auf. Zwar musste die von seinem Team selbst angegebene Höhe nach unten korrigiert werden - was auch jetzt Zweifel aufkommen lässt -, dennoch sei es einer der erhebendsten Momente seiner Karriere gewesen, als sein Name als offizieller Rekordhalter genannt wurde. "Ich habe einen größeren Adrenalinrausch gespürt als auf den Wellen", sagte er. Nun könnte ihm Ähnliches bevorstehen.

Riesige Welle mit winzigem Surfer: Garrett McNamara

Riesige Welle mit winzigem Surfer: Garrett McNamara© APAweb/epa Riesige Welle mit winzigem Surfer: Garrett McNamara© APAweb/epa



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Garrett McNamara, Surfen

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Dokument erstellt am 2013-01-30 15:20:25
Letzte Änderung am 2013-01-30 17:27:32


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