• vom 15.04.2013, 18:11 Uhr

Europachronik

Update: 15.04.2013, 19:02 Uhr

David Cameron

Thatcher hat ihr Begräbnis bereits 2005 präzise geplant




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  • Anti-Thatcher-Song stürmt Charts
  • Kritik an hohen Kosten für die Trauerfeier steigt.

Anti-Thatcher-Lied stürmt die Charts und die Kritik an den hohen Kosten für die Trauerfeier wächst.

Anti-Thatcher-Lied stürmt die Charts und die Kritik an den hohen Kosten für die Trauerfeier wächst.© APAweb/REUTERS/Toby Melville Anti-Thatcher-Lied stürmt die Charts und die Kritik an den hohen Kosten für die Trauerfeier wächst.© APAweb/REUTERS/Toby Melville

London. (ag/vee) Bewohner der Londoner Innenstadt wurden am frühen Montagmorgen von Trauermusik und marschierenden Soldaten geweckt. Über 700 Angehörige des britischen Militärs - Matrosen, Flieger und Soldaten der Landstreitkräfte - probten noch vor Sonnenaufgang die Trauerfeier der ehemaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher. Diese findet am Mittwoch statt, streng nach Plan des Parade-Choreografen Andrew Chatburn.


Zwar ist die Beisetzung Thatchers offiziell kein Staatsbegräbnis, die Ex-Premierministerin wird aber mit allen militärischen Ehren verabschiedet. Thatcher selbst hat das Spektakel - es soll 12 Millionen Euro kosten, die Hälfte wird wohl aus Thatchers Privatvermögen bestritten - bereits 2005 geplant und präzise Anweisungen gegeben. Lieder, Bibellesungen wie den Einbezug des britischen Premiers hat Thatcher vorbestimmt. Dementsprechend wird David Cameron eine Lesung aus dem Johannes-Evangelium vortragen.

Polizei erwartet Proteste
Vor allem an Kosten und Umfang der Trauerfeier scheiden sich in Großbritannien weiter die Geister. Über den Kurznachrichtendienst Twitter taten britische Bürger ihren Unmut kund. "Ich kann nicht glauben, dass Maggy eine Probe-Beerdigung hat! Manche in diesem Land arbeiten ihr ganzes Leben lang und können sich kein Begräbnis leisten, aber wir zahlen für sie doppelt!", schrieb etwa Natalie Dixon.

Bereits zuvor hatte ausgerechnet der Bischof von Thatchers Geburtsort Grantham, Tim Ellies, gegenüber der BBC die geplante Zeremonie als "Fehler" bezeichnet. Eine "Glorifizierung" Thatchers sei angesichts ihrer umstrittenen politischen Hinterlassenschaft geradezu eine Provokation. Politiker der Labour Party und der Liberal Democrats schlossen sich öffentlich der Meinung des Bischofs an.

Die britische Regierung hingegen, allen voran der amtierende, konservative Premier David Cameron, verteidigte das Vorgehen. Es würde als "ziemlich ungewöhnlich" angesehen werden - in Großbritannien wie außerhalb -, nicht so viel für die Zeremonie auszugeben, sagte Camerons Sprecher am Montag.

Die Polizei in London bereitet sich indes auf Protestaktionen entlang der Route des Trauerzuges vor. Bereits die letzten Tage hatte es quer über Großbritannien gegen Thatcher gerichtete "Freudenfeiern" gegeben. Ein Protestlied von Gegnern Thatchers ("Ding Dong! Die Hexe ist tot") schaffte es am Sonntag auf den zweiten Platz der britischen Charts. Der Dekan der St.-Paul’s-Kathedrale rief zur Mäßigung während der Beerdigung auf.




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Dokument erstellt am 2013-04-15 18:14:01
Letzte Änderung am 2013-04-15 19:02:34


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