• vom 15.09.2014, 18:17 Uhr

Europachronik


Prinz Harry

Prinz, Pilot, Partytiger




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  • Prinz Harry, der königliche Liebling der Boulevardpresse, feiert seinen 30er.

Prinz Harry spricht bei der Eröffnungsfeier der "Invictus Games" in London.

Prinz Harry spricht bei der Eröffnungsfeier der "Invictus Games" in London.© Reuters Prinz Harry spricht bei der Eröffnungsfeier der "Invictus Games" in London.© Reuters

Wien/London. (dab) Das Enfant terrible der britischen Königsfamilie wird 30. Prinz Harry, der derzeit nach seinem Vater Charles, Bruder William und dessen Sohn George Vierter in der Thronfolge ist, feierte am Montag seinen Geburtstag. Während er - insbesondere in den Boulevardmedien - aufgrund seiner öffentlichen Ausrutscher als "Party-Prinz" verschrien ist, glänzt er als Pilot in der britischen Armee und auch mit seiner sozialen und mildtätigen Ader.


Prinz Henry Charles Albert David von Wales, wie er mit vollem Namen heißt, ist der zweite Sohn aus der Ehe von Prinz Charles und Prinzessin Diana, die 1997 bei einem Autounfall in Paris starb - Harry war damals erst zwölf Jahre alt. Der tragische Verlust seiner Mutter ist weiterhin im Gedächtnis vieler Menschen verankert: "Es ist schwierig die Bilder des jungen Harry bei der Beerdigung seiner Mutter zu vergessen", schreibt etwa die BBC anlässlich seines Geburtstages.

Im Gegensatz zu seinem Bruder Prinz William, der Zweiter in der Thronfolge ist, lastet auf Harry nicht der Druck eines künftigen Staatsoberhauptes. Deshalb drückt man bei Harry meistens ein Auge zu, wenn er es mit den strengen royalen Formalitäten nicht so genau nimmt oder mal wieder Bilder von seinen wilden Partynächten auftauchen.

Bereits mehrmals zog der junge Prinz durch seine Eskapaden die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich. "Prinz Harrys 30er-Feier: Drei Jahrzehnte königlicher Albernheiten", kommentiert die britische Tageszeitung "Guardian". 2005 erschien Harry bei einer Kostümparty in einer Nazi-Uniform. Nach Wellen der Empörung entschuldigte er sich und nannte seine Kleiderauswahl eine "schlechte Entscheidung".

2012 machten Nacktfotos von ihm und einigen Frauen die Runde, die Harry während eines sogenannten "Strip-Billard"-Spiels in Las Vegas zeigten. Aus Solidarität mit Harry posteten hunderte Soldaten Halbnacktfotos von sich auf Facebook. Für Gesprächsstoff sorgen auch Harrys Beziehungen: Boulevardblätter spekulieren wild über Harrys (Ex-)Freundinnen und stellen - immer öfter - die Frage: Wann wird der Prinz denn endlich seine Prinzessin finden?

Das Verhältnis zwischen dem Prinzen und den Medien ist aufgrund der ständigen Beobachtung allerdings angespannt. Auch die Behandlung seiner Mutter durch die Paparazzi, die ihr bis zu ihrem Tod ständig auflauerten - oder sie gar dorthin trieben - ist ein Faktor in dieser schlechten Beziehung.

"Früher haben die königlichen Sicherheitsbeamten nach möglichen Attentätern und Terroristen gefahndet. Jetzt suchen sie nach Leuten mit einer Handykamera", sagt Mark Borkowski, ein führender PR-Agent, gegenüber dem "Guardian".

In letzter Zeit aber sorgt Harry mit seinem Engagement für Bedürftige und Benachteiligte - für das auch schon seine Mutter Diana bekannt war - für positive Schlagzeilen.

Der Imagewandel des Prinzen
So hat der junge Prinz erst kürzlich die "Invictus Games" in London organisiert, bei denen 400 verwundete Soldaten aus vierzehn verschiedenen Nationen sich in Leichtathletikwettkämpfen messen durften. Mit Ausgaben im zweistelligen Millionenbereich ist das Event das größte seiner Art weltweit. Daneben ist Harry auch für diverse Wohltätigkeitsorganisationen wie "Help for Heroes", "Walking With The Wounded" oder Kinderhilfsorganisationen in Afrika tätig. Während der Olympischen Sommerspiele 2012 in London fungierte der Prinz zudem als olympischer Botschafter.

Neben seinem sozialen Engagement ist Harry auch Pilot in der britischen Armee. In Afghanistan flog er bereits mehrere Einsätze mit seinem Apache-Helikopter. Derzeit ist er als Offizier in London stationiert, aber Gerüchten zufolge bereit, jederzeit wieder in ein Kriegsgebiet verlegt zu werden. Beobachter des Königshauses sagen, dass Harry durch seine militärische Karriere sichtlich reifer geworden ist.

Vor kurzem schrieb er in der britischen "Sunday Times" über einen Einsatz in Afghanistan, bei dem er in einem Militärflugzeug aus Kandahar ausgeflogen worden war. An Bord waren auch der Leichnam eines dänischen Soldaten und drei britische Soldaten im künstlichen Koma: "Junge Männer - viel jünger als ich - in Plastik eingewickelt, mit fehlenden Gliedmaßen und hunderten von Schläuchen, die aus ihnen kamen" - das sei etwas gewesen, "auf das ich mich nie vorbereitet habe", schreibt er.




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Dokument erstellt am 2014-09-15 18:20:06



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