• vom 18.01.2018, 12:00 Uhr

Europachronik

Update: 18.01.2018, 13:51 Uhr

Sturmtief

"Friederike" zieht über Teile Europas




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Von WZ Online, APA, AFP, dpa

  • Höchste Warnstufe und Chaos in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden, wo es Todesopfer gibt.

Schweren Böen und starke Regengüssen des Sturmtiefs "Friederike" lassen Bäume umstürzen. - © APAweb/dpa/Arnulf Stoffel

Schweren Böen und starke Regengüssen des Sturmtiefs "Friederike" lassen Bäume umstürzen. © APAweb/dpa/Arnulf Stoffel

Duisburg. Der heftige Sturm vom Donnerstag hat in den Niederlanden zwei Menschenleben gekostet. In der Ortschaft Olst im Osten des Landes sei ein 62-jähriger Mann von einem abgebrochen Ast erschlagen worden, teilte die Polizei mit. In Enschede nahe der deutschen Grenze starb nach Polizeiangaben ein Autofahrer, nachdem ein Baum auf das Auto gefallen war.

Im ganzen Land herrschte höchste Alarmstufe und Verkehrschaos wegen des Orkantiefs "Friederike": Der internationale Flughafen Schiphol in Amsterdam hat wegen des Sturms am Donnerstag vorübergehend alle Flüge gestrichen. Das teilte der Airport beim Kurzmitteilungsdienst Twitter mit, kurz nachdem der niederländische Wetterdienst KNMI die höchste Alarmstufe ausgegeben hatte. Auch auf Gleisen und Straßen ging nichts mehr.

Am späteren Vormittag gab es teilweise Entwarnung: Gegen 12.00 Uhr werde der Flugverkehr schrittweise wieder aufgenommen, erklärte der Flughafenbetreiber. Schiphol ist einer der verkehrsreichsten Flughäfen Europas. Auch der Bahnverkehr in den Niederlanden kam fast vollständig zum Erliegen, Ausnahmen waren lediglich zwei Lokalbahnen bei Groningen und in der Provinz Limburg.

Sirenenalarm 

Mit Sirenenalarm hat die Stadt Duisburg am Donnerstagmittag die Bürger vor den Gefahren durch den Wintersturm "Friederike" gewarnt. Zudem trat der Krisenstab der Stadt zusammen, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Die Behörden baten die Menschen in der Ruhrgebietsstadt, sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten. Schüler und Kinder in Kindergärten sollten bis zur Entwarnung in den Räumen bleiben.

Die Duisburger Feuerwehr stufte die Sturmfolgen als Großschadenlage ein. Bis zum Mittag meldeten die Helfer 280 Einsätze im gesamten Stadtgebiet. Die Landeshauptstadt Düsseldorf berief ebenfalls den Krisenstab ein. Ein Wildpark wurde geschlossen, auf den Friedhöfen fanden wegen der Gefahren durch die schweren Sturmböen keine Beisetzungen statt.

In Köln wurde ein Gesamtalarm für die Freiwillige Feuerwehr ausgelöst. Die Kölner Berufsfeuerwehr forderte darüber hinaus über einen Alarmruf Kräfte an, die dienstfrei waren. Bis zum späten Vormittag verzeichnete die Feuerwehr der größten Stadt Nordrhein-Westfalens gut 300 Einsätze.

Bahnverkehr eingestellt

Die Deutsche Bahn teilte am Donnerstagmorgen mit, dass sie den Bahnverkehr in NRW komplett einstellt. Betroffen seien sämtliche Verbindungen für den Regional- und auch für den Fernverkehr. Es sei unklar, wann die Strecken wieder freigegeben werden könnten.

Auf der Schnellstrecke zwischen Köln und Frankfurt am Main wurde der Bahnverkehr ebenfalls eingestellt. In Rheinland-Pfalz wurde der Verkehr zudem auf den Linien Mönchengladbach-Koblenz, Wesel-Koblenz und Koblenz-Köln bis auf weiteres gestoppt, wie das Unternehmen mitteilte.

Probleme auch in der Schweiz

Auch in der Schweiz war das Sturmtief ein Problem: Am Donnerstagmorgen mussten wegen der starken Winde erneut zahlreiche Bahnen und Züge ihren Betrieb einstellen. Betroffen waren unter anderem die Jungfraujochbahn im Berner Oberland, die Pilatusbahnen im Kanton Luzern und die Verbindungen Visp-Täsch und Aigle-Les Diablerets im Wallis.





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Dokument erstellt am 2018-01-18 12:04:31
Letzte nderung am 2018-01-18 13:51:50



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