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Europachronik

Update: 22.01.2018, 16:12 Uhr

Wetter

Ausnahmezustand in den Alpen




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Von WZ Online, APA

  • Lawinengefahr in Österreich und der Schweiz, Tausende Touristen sitzen fest.

Ein gesperrte Straße in der Schweiz bei Zermatt.  - © APAweb / Philippe Mooser/Keystone via AP

Ein gesperrte Straße in der Schweiz bei Zermatt.  © APAweb / Philippe Mooser/Keystone via AP

Lawinenwarnstufen nach Bundesländern

Lawinenwarnstufen nach Bundesländern© APA Lawinenwarnstufen nach Bundesländern© APA

Ischgl. Nach heftigen Schneefällen hat sich die Lawinengefahr in Westösterreich und der Schweiz massiv verschärft. Wegen Straßensperren waren mehrere Wintersportorte nicht erreichbar, darunter St. Anton am Arlberg, Ischgl und das gesamte Paznauntal. Auch Lech, Zürs und Stuben sind auf dem Straßenweg nicht mehr erreichbar. Tausende Touristen waren in den Ferienorten eingeschlossen. Gebietsweise gilt die höchste Lawinenwarnstufe. In der Schweiz ist die Region um Zermatt seit Sonntag praktisch von der Außenwelt abgeschnitten.

In Italien war der renommierte Skiort Livigno in der Lombardei abgeschnitten. Die Straße, die zur Ortschaft führt, musste wegen Lawinengefahr geschlossen werden. Schneefälle gingen auch in Südtirol und der Region Abruzzen nieder.

In der Apennin-Ortschaft Roccaraso wurden zwei Skifahrer von einer Lawine erfasst. Einer der beiden wurde verletzt. Am Samstag war ein italienischer Wintersportler in der piemontesischen Ortschaft Sestriere in einer Lawine ums Leben gekommen. Bei drei Lawinenabgängen sind am Sonntag in Oberbayern mehrere Skifahrer verletzt worden - einer ist im Krankenhaus gestorben. Auch in Tirol konnte ein vermisster Snowboarder in der Nacht auf Montag nur noch tot geborgen werden.

Höchste Lawinenwarnstufe

In weiten Teilen der Schweiz wurde die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen. Seit 1999 habe es nichts Vergleichbares gegeben, sagte eine Sprecherin des Schweizer Wetterdienstes. Auch für den Westen Österreichs gilt am Montag gebietsweise die höchste Warnstufe.

Die Region Zermatt war bereits das zweite Mal innerhalb von zwei Wochen weder per Bahn noch per Straße erreichbar. Ein Helikopter-Shuttle konnte wegen des schlechten Wetters nur einige Gäste, die abreisen wollten, ausfliegen. Viele Bergbahnen stellten ihren Betrieb ein, so dass nur wenige Pisten offen waren.

Das Tourismusbüro tröstete die Gäste mit Verweis auf die möglichen anderen Aktivitäten. Es gebe eine Indoor-Kletterhalle, ein Kino, das Matterhornmuseum und die Möglichkeit, Billard zu spielen, sagte eine Sprecherin. Im Ort sind momentan etwa 9000 Touristen. Es ist unklar, wann sich die Situation wieder normalisiert.

Tausende Touristen abgeschnitten

Auch in Österreich ist die Lage schwierig. In St. Anton und im Paznauntal mit dem Wintersportort Ischgl waren ebenfalls Tausende Touristen eingeschneit. St. Anton kann derzeit weder über Straßen noch per Bahn erreicht werden. Sämtliche Loipen waren gesperrt. Auch das Paznauntal war nicht mehr über Straßen erreichbar. Von der Außenwelt abgeschnitten war auch Samnaun auf der Schweizer Seite des Silvretta-Skigebiets.

In Westösterreich waren viele Bahnstrecken wegen Lawinengefahr gesperrt. Dazu zählt auch die Verbindung zwischen Landeck und Bludenz. Alle Bahnreisenden zwischen der Schweiz und Österreich mussten auf Busse ausweichen, die durch den Arlbergtunnel auf der S16 unterwegs waren. Für Reisende nach St. Anton wurden im Raum Landeck Ersatzunterkünfte zur Verfügung gestellt.

Nach Angaben des ÖAMTC waren in Westösterreich rund 30 Straßenzüge wegen der Lawinengefahr gesperrt, darunter die Reschenstraße ab Kajetansbrücke sowie die Kaunertalstraße. Damit waren Nauders beziehungsweise das Kaunertal nicht erreichbar.





Schlagwörter

Wetter, Alpen, Lawinen

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Dokument erstellt am 2018-01-22 09:39:05
Letzte ńnderung am 2018-01-22 16:12:00



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