• vom 11.07.2018, 12:12 Uhr

Europachronik

Update: 11.07.2018, 12:37 Uhr

Deutschland

Abgeschobener Afghane erhängte sich in Kabul




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Von WZ Online, APA, dpa

  • Der 23-Jährige lebte acht Jahre in Deutschland. Seehofer zeigt sich über die hohe Zahl an Abschiebungen zufrieden.

"Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag - das war von mir nicht so bestellt - sind 69 Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden", sagte der CSU-Chef Horst Seehofer am Dienstag. - © APAweb / AFP, Tobias Schwarz

"Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag - das war von mir nicht so bestellt - sind 69 Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden", sagte der CSU-Chef Horst Seehofer am Dienstag. © APAweb / AFP, Tobias Schwarz

Kabul. Ein vor einer Woche aus Deutschland abgeschobener afghanischer Asylbewerber hat sich nach seiner Rückkehr erhängt. Er sei am Dienstag in einer von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zur Verfügung gestellten vorübergehenden Unterkunft in Kabul aufgefunden worden, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter des Flüchtlingsministeriums in Kabul der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch.

Der Mann aus der nordafghanischen Provinz Balkh sei 23 Jahre alt gewesen und habe acht Jahre lang in Deutschland gelebt, bevor er abgeschoben worden sei. Eine Quelle aus dem Kabuler Büro der IOM bestätigte die Darstellung. Man untersuche den Vorfall noch. Der Mann sei im Spinsar-Hotel gefunden worden, wo die IOM rückkehrenden Flüchtlingen, die nicht wissen wohin, für einige Tage Unterkunft gewährt.

Seehofer über viele Abschiebungen erfreut

Mit dem jüngsten Abschiebeflug aus Deutschland hatten Bund und Länder mit 69 Passagieren ungewöhnlich viele abgelehnte Asylbewerber abgeschoben. Allein Bayern hatte 51 Menschen zurückgeschickt. Der deutsche Innenminister Horst Seehofer hatte sich zufrieden über die hohe Zahl der Abgeschobenen geäußert. "Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag - das war von mir nicht so bestellt - sind 69 Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden", sagte der Chef der bayerischen Regierungspartei CSU am gestrigen Dienstag.

Flüchtlingsaktivisten von Pro Asyl und Bayerischem Flüchtlingsrat hatten kritisiert, dass die seit einem schweren Anschlag vor der deutschen Botschaft in Kabul geltende Selbstverpflichtung, nur Straftäter, terroristische Gefährder und sogenannte Identitätstäuscher abzuschieben, weggefallen sei. Selbst "gut integrierte Personen" würden nun abgeschoben.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-11 12:13:50
Letzte Änderung am 2018-07-11 12:37:38


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