• vom 27.08.2018, 09:35 Uhr

Europachronik

Update: 27.08.2018, 14:04 Uhr

Kinder

Papst empfiehlt Psychiatrie bei homosexuellen Neigungen




  • Artikel
  • Kommentare (5)
  • Lesenswert (22)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA, AFP

  • In der Kindheit ließe sich noch viel machen, so das Oberhaupt der katholischen Kirche.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche äußerte seine Auffassung zum Thema Homosexualität am Sonntag während einer Pressekonferenz im Flugzeug auf dem Rückweg von seinem zweitägigen Irlandbesuch nach Rom. - © APAweb / Reuters, Vatican Media

Das Oberhaupt der katholischen Kirche äußerte seine Auffassung zum Thema Homosexualität am Sonntag während einer Pressekonferenz im Flugzeug auf dem Rückweg von seinem zweitägigen Irlandbesuch nach Rom. © APAweb / Reuters, Vatican Media

Vatikanstadt. Papst Franziskus hat sich dafür ausgesprochen, Kinder mit homosexuellen Neigungen zum Psychiater zu schicken. Das Oberhaupt der katholischen Kirche äußerte diese Auffassung am Sonntag während einer Pressekonferenz im Flugzeug auf dem Rückweg von seinem zweitägigen Irlandbesuch nach Rom. Grundsätzlich äußerte sich der Papst schon mehrmals gegen die Diskriminierung Homosexueller und vertritt innerhalb der Kirche eine liberale Meinung zum Thema.

 

Auf die Frage eines Journalisten, was er Eltern eines möglicherweise homosexuellen Kindes sagen würde, antwortete Franziskus, er würde ihnen raten, "zu beten, nicht zu verurteilen, Gespräche zu führen, zu verstehen, dem Sohn oder der Tochter einen Platz zu geben".

Gerade in der Kindheit könne die Psychiatrie viel erreichen, fügte der argentinische Papst hinzu. 20 Jahre später sehe es anders aus. "Ich würde nie sagen, dass Schweigen ein Gegenmittel ist. Seinen Sohn oder seine Tochter mit homosexuellen Tendenzen zu ignorieren, ist ein Mangel an Väterlichkeit oder Mütterlichkeit".

Deutscher Lesben- und Schwulenverband verurteilt Äußerungen 

Der deutsche Lesben- und Schwulenverband (LSVD) hat das Plädoyer von Papst Franziskus scharf verurteilt. Die Aussage sei "zutiefst besorgniserregend und falsch", sagte Henny Engels vom LSVD-Bundesvorstand am Montag.

"Äußerungen wie diese schüren Homosexuellenfeindlichkeit und geben menschenverachtenden Konversionstherapien Rückenwind. Homosexualität ist keine Krankheit und bedarf folglich auch keiner Therapie", hieß es weiter.

Diese "homosexuellenfeindliche Botschaft" des Papstes sei eine "herbe Enttäuschung", sagte Engels. 2013 habe der argentinische Papst noch dafür geworben, Lesben und Schwule nicht zu diskriminieren. Homosexuelle hätten wegen seines Satzes "wer bin ich, ihn zu verurteilen" gehofft, auch in der katholischen Kirche Akzeptanz zu finden. "Diese Hoffnungen scheinen nun zunichtegemacht", kritisierte Engels.





Schlagwörter

Kinder, Vatikan, Papst, Homosexualität

5 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-27 09:38:19
Letzte Änderung am 2018-08-27 14:04:17


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Es wird einsam um Theresa May
  2. Paris hält an höherer Treibstoffsteuer fest
  3. Harter Brexit käme die EU teuer
  4. Die große Angst vor dem Peel-Moment
  5. Die Brexit-Rebellen meutern
Meistkommentiert
  1. Merkel warnt vor Rückkehr des Nationalismus
  2. AfD gerät unter Druck
  3. Bundestagsverwaltung nimmt AfD-Parteispenden unter die Lupe
  4. Macrons europäische Friedensfeier
  5. Merkel: Gleichberechtigung ist noch nicht erreicht

Werbung




Werbung