• vom 09.09.2018, 17:31 Uhr

Europachronik

Update: 09.09.2018, 17:41 Uhr

Deutschland

Sorge um vermissten TV-Star Daniel Küblböck




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Von WZ Online, APA, dpa

  • Küblböck ist vor allem als schrille Figur im TV- und Musikbusiness bekannt, bei einer Kreuzfahrt soll er über Bord gegangen sein.

Hamburg/Berlin. Seiner polarisierenden Wirkung in der Öffentlichkeit war sich der seit Sonntag vermisste Daniel Küblböck schon als junger Künstler durchaus bewusst. Alles, was er mache, spalte, sagte er 2004 nach der Aufführung des halbdokumentarischen Films "Daniel, der Zauberer. "Aber ich glaube, das macht mich aus."

Welche Wirkung die Öffentlichkeit wiederum auf ihn hatte, darüber lässt sich nur spekulieren. Sicher ist, dass der seit längerem als Daniel Kaiser-Küblböck auftretende Sänger und Entertainer die Präsenz in den Medien gezielt suchte. Die bisher letzte Nachricht über den mittlerweile 33-Jährigen war eine besorgniserregende: Am Sonntag teilte der Kreuzfahrt-Veranstalter Aida Cruises mit, Kaiser-Küblböck sei über Bord gegangen - und man nehme an, dass er gesprungen sei.

Teenager mit der markanten Brille

Mit gerade einmal 17 Jahren wurde der aus der Nähe von Hutthurm bei Passau stammende Teenager mit der markanten Brille schlagartig ins Rampenlicht katapultiert. In der ersten Staffel der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) kam er zwar nur auf den dritten Platz. Aber seine Dauerpräsenz in vielen Medien, die ihn als schrille und schräge Gestalt präsentierten, bot ihm die Chance für eine jahrelange Karriere als Sänger, Entertainer und Kandidat in Casting-Shows.

Eigentlich absolvierte er eine Ausbildung zum Kinderpfleger, aber nur Monate nach seinem Ausscheiden bei DSDS veröffentlichte Küblböck mit beträchtlichem Erfolg sowohl das Album "Positive Energie" als auch - mit gerade einmal 18 Jahren - seine Autobiografie "Ich lebe meine Töne". Schon damals galt Küblböck als Paradiesvogel, und diese Rolle pflegte der Sänger - etwa als Kandidat bei der ersten Staffel der RTL-Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" Anfang 2004. Er sammelte auch diverse Auszeichnungen und Goldene Schallplatten ein.

Selbst ungeplante Zwischenfälle steigerten seinen Ruf als bizarre Gestalt mit Unterhaltungswert. In die Schlagzeilen geriet Küblböck etwa, als er 2004 am Steuer eines Autos einem Lastwagen die Vorfahrt nahm und dabei schwer verletzt wurde. Dass es sich dabei um einen Gurkenlaster handelte, durfte in kaum einem Medienbericht fehlen.

Küblböck, der damals noch keinen Führerschein hatte, wurde in einem Prozess zu einer Geldstrafe von 25.000 Euro und acht Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Wenige Monate später erschien der Film "Daniel, der Zauberer", der in den Kinos aber fulminant floppte.

In den nächsten Jahren folgten weitere TV-Auftritte, etwa 2005 bei "Big Brother" oder 2015 bei "Let's Dance", sowie etliche - mehr oder weniger erfolgreiche - Plattenaufnahmen und Tourneen. In den Fokus der Öffentlichkeit geriet der Sänger auch 2011, als er von einer Millionärin adoptiert wurde und fortan Kaiser-Küblböck hieß, oder 2013 nach dem Tod seines älteren Bruders Michael, zu dem er nach eigener Darstellung jahrelang keinen Kontakt mehr hatte.

In den vergangenen Jahren wurde es ruhig um Daniel Kaiser-Küblböck, der zuletzt in Berlin und Palma de Mallorca lebte. Versuche, sich für den European Song Contest (ESC) zu qualifizieren, scheiterten. Dennoch verfolgte er beharrlich eine künstlerische Karriere - mit weiteren Konzerten und Albumveröffentlichungen, aber auch mit einer Schauspielausbildung am Europäischen Theaterinstitut in Berlin.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-09 17:32:11
Letzte Änderung am 2018-09-09 17:41:14


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