• vom 11.09.2018, 20:44 Uhr

Europachronik

Update: 12.09.2018, 01:41 Uhr

Emissionen

Problematische Luftverschmutzung




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  • EU-Rechnungshof: Unzureichende Maßnahmen gegen Schadstoffe seien für 400.000 vorzeitige Todesfälle verantwortlich.

Vor allem Menschen in städtischen Gebieten sind Opfer der schlechten Luft. - © APAweb/AFP, JULIEN

Vor allem Menschen in städtischen Gebieten sind Opfer der schlechten Luft. © APAweb/AFP, JULIEN

Brüssel. In einem alarmierenden Bericht warnt der Europäische Rechnungshof (EuRH) vor den Auswirkungen von Luftschadstoffen in Europa. Laut dem am Dienstag in Brüssel veröffentlichten Dokument verursacht Luftverschmutzung jährlich rund 400.000 vorzeitige Todesfälle in der EU - das sind zirka zehn Mal mehr Todesfälle als im Straßenverkehr. Die bisher gesetzten Maßnahmen der EU zum Schutz der menschlichen Gesundheit vor Luftverschmutzung hätten aber nicht die erwartete Wirkung gezeigt, kritisiert der EuRH.

Als Problem sieht der EuRH dabei nicht nur die unmittelbaren negativen Folgen für die Gesundheit, sondern auch die enormen volkswirtschaftlichen Kosten, die in diesem Zusammenhang entstehen. Die gesundheitsbezogenen externen Kosten beliefen sich auf rund 300 Milliarden Euro jährlich, sagte Janusz Wojciechowski, das für den Bericht zuständige Mitglied des EuRH. Ihm zufolge besteht besonders bei der Finanzierung von Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität Handlungsbedarf. So habe die EU-Kommission in den vergangenen sieben Jahren lediglich 1,8 Milliarden Euro in derartige Projekte investiert.


Städte besonders betroffen
Laut dem EuRH-Bericht sind Feinstaub, Stickstoffdioxid und bodennahes Ozon am stärksten für die verfrühten Todesfälle verantwortlich. Besonders gefährdet sind dabei Menschen in städtischen Gebieten. Vor allem in den osteuropäischen Ländern sei die Belastung für die Menschen besonders hoch, heißt es in dem Dokument. So sei diese etwa in Bulgarien, Tschechien, Lettland und Ungarn schwerwiegender als in China und Indien. "Luftverschmutzung ist das größte umweltbedingte Gesundheitsrisiko in der EU", betonte Wojciechowski.

Für die Einhaltung der seit 2010 geltenden Luftgüte-Grenzwerte sind eigentlich die EU-Mitgliedsstaaten zuständig. Doch in vielen Ländern sind die Limits in den vergangenen Jahren immer wieder überschritten worden. Im Mai hatte die EU-Kommission daher Deutschland, Frankreich, Ungarn, Italien, Rumänien und Großbritannien vor dem Europäischen Gerichtshof geklagt. In Deutschland hat die Nicht-Einhaltung der Limits zudem zu gerichtlich angeordneten Diesel-Fahrverboten in mehreren Städten geführt.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-11 18:18:03
Letzte Änderung am 2018-09-12 01:41:06


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