• vom 08.11.2018, 12:58 Uhr

Europäische Union

Update: 08.11.2018, 13:01 Uhr

EVP-Kongress

Merkel warnt vor Rückkehr des Nationalismus




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Von WZOnline, APA

  • Mit Standing Ovations empfangene Kanzlerin betont bei ihrem letzten Parteiauftritt die deutsche Verantwortung und Unteilbarkeit der Menschenrechte.

Merkel wurde von den Delegierten mit lang anhaltendem stehenden Applaus empfangen. - © APAweb/Reuters

Merkel wurde von den Delegierten mit lang anhaltendem stehenden Applaus empfangen. © APAweb/Reuters

Helsinki.  Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat anlässlich der bevorstehenden Europawahl vor einem Rückfall in den Nationalismus gewarnt, der letztlich zum Krieg führt. Bei der Wahl werde es "ganz besonders um Einstellungen und Haltungen gehen", sagte Merkel am Donnerstag beim EVP-Kongress in Helsinki. Es werde sich zeigen, "ob wir wirklich etwas aus der Geschichte gelernt haben".

Nach 70 Jahren des Friedens gehe es bei der Europawahl "wieder darum, um grundlegende Werte zu kämpfen". Sie mahnte die Politiker der Europäischen Volkspartei (EVP), der Versuchung hasserfüllter Rede zu widerstehen und gut über Europa zu sprechen. "Wer immer seine Probleme nach Europa schiebt, der muss sich zum Schluss nicht wundern, dass die Menschen Europa nicht achten, sondern verachten", betonte die deutsche Kanzlerin.

Anhaltender Applaus

Merkel wurde von den Delegierten mit lang anhaltendem stehenden Applaus empfangen. Es handelt sich um ihren letzten Auftritt als Parteichefin im Kreise der europäischen Konservativen, im Dezember gibt sie den CDU-Vorsitz nach 18 Jahren ab.

Sie nutzte ihre Rede, um neuerlich auf die Grundlagen des deutschen Engagements für Europa zu erinnern, indem sie an das sich dieser Tage zum 100. Mal jährende Ende des Ersten Weltkriegs erinnerte. Sowohl dieser Krieg als auch der Zivilisationsbruch der Shoa sei "ausgegangen von deutschem Boden", sagte sie.

"Die Verantwortung meines Landes wiegt bis heute schwer. Es ist eine Verantwortung des mahnenden Erinnerns, aber es ist vor allem eine Verantwortung für die Zukunft des Kontinents", sagte Merkel. Aus den Kriegen hätten die europäischen Staaten gelernt, dass man gemeinsam stärker sei und "dass das Recht des Stärkeren letztendlich nicht unser Recht sein kann".

Würde des Menschen

Merkel bekannte sich auch eindeutig zum vielzitierten ersten Artikel des deutschen Grundgesetzes, wonach die Würde des Menschen unteilbar ist, als politische Leitlinie ihrer Politik. "Daraus entspringt all das, was uns stark macht", sagte sie unter Verweis auf die Grund- und Menschenrechte. "All das muss verteidigt werden, all das ist unteilbar."





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Dokument erstellt am 2018-11-08 12:59:33
Letzte Änderung am 2018-11-08 13:01:59


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