Wien. Die Zustimmung der Menschen zur Europäischen Union ist im Vorfeld der EU-Wahlen im Mai merklich größer als vor den letzten Europawahlen 2014. Das geht aus den neuen Eurobarometer-Ergebnissen hervor, die am Montag veröffentlicht wurden.

"Wir führen das auf die Probleme rund um den Brexit zurück, aber auch auf die österreichische Ratspräsidentschaft, während der Österreich im Cockpit der Europäischen Union saß und sich die Menschen dadurch wahrscheinlich ein bisschen stärker mit Europa identifiziert haben", sagte Heinz Miko, Pressesprecher der Vertretung der EU-Kommission in Österreich.

Gemeinsam mit Georg Pfeifer, dem Leiter des Verbindungsbüros des EU-Parlaments, präsentierte er am Montagvormittag die Ergebnisse der jüngsten Eurobarometer-Erhebung im Haus der Europäischen Union in Wien. Die Umfragen wurden zwischen 8. bis 22. November 2018 durchgeführt, ein halbes Jahr vor den Europawahlen im Mai.

40 Prozent der Befragten in Österreich antworteten, die EU habe im Allgemeinen ein positives Image, 37 Prozent bewerteten es als neutral und 22 Prozent als negativ. Die Zustimmung ist damit deutlich gestiegen. Im Rahmen der Umfrage im Herbst 2013, also vor den letzten Europawahlen, gaben nur 25 Prozent der Befragten an, die EU genieße ein positives Ansehen. 35 Prozent meinten damals, die EU hätte ein negatives Image.

Viele verstehen sich als "Bürger der Union"

Ein Novum ist, dass das Zugehörigkeitsgefühl zur EU heute auch unter den älteren Bürgern weit verbreitet ist, die im Durchschnitt weniger EU-affin sind, als die Jüngeren. 68 Prozent der über 55-jährigen Österreicher verstehen sich als Bürger der Union, unter den bis 54-Jährigen sind es 80 Prozent, sagte Miko. Im EU-Vergleich liegt Österreich damit leicht über dem Durchschnitt – mit insgesamt 75 Prozent zu 71 Prozent.

Immer mehr Menschen meinen auch, ihre Stimme zähle in der EU. Hier stellt der Eurobarometer ein Gefälle von jung zu alt, sowie von gebildet zu weniger gebildet fest: Während 84 Prozent der Manager und 70 Prozent der Selbstständigen die Frage bejahten, liegt der Anteil unter Arbeitern nur bei 49 Prozent und unter Arbeitslosen nur bei 38 Prozent.

Das Eurobarometer ist eine Sammlung von Umfragen zu verschiedenen Themen mit EU-Bezug in allen Mitgliedsstaaten und wird seit 1973 von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben. Unter anderem wird erhoben, welche Einstellung die Europäer gegenüber der EU haben. Die am Montag präsentierten Ergebnisse gehen aus der 90. Eurobarometer-Umfrage hervor.