• vom 15.04.2014, 13:16 Uhr

Europäische Union

Update: 15.04.2014, 13:40 Uhr

EU

Girokonto für Jedermann




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  • Basis-Konto für alle Bürger der Union auch ohne festen Wohnsitz soll bis 2016 umgesetzt werden.

Straßburg. Alle Bürger in der EU können künftig ein Basis-Girokonto einrichten, auch wenn sie keinen festen Wohnsitz haben. Mit diesem Bankkonto können sie europaweit etwa Geld überweisen, Bargeld am Automaten abheben oder Online-Überweisungen machen. Das EU-Parlament stimmte in Straßburg für das Gesetz, das ab 2016 gelten soll.

Die EU-Regierungen müssen noch zustimmen, doch dies gilt als Formalie. Damit bekämen auch österreichische und deutsche Kunden erstmals einen Rechtsanspruch auf ein "Girokonto für Jedermann".


Dies sieht eine Richtlinie vor, die das Europaparlament am Dienstag verabschiedet hat. Sie soll es Bankkunden außerdem erleichtern, die Gebühren für Girokonten zu vergleichen und die Bank zu wechseln. Auch der grenzüberschreitende Kontowechsel soll vereinfacht werden.

Maximal zwei Jahre Zeit

Auf den Kompromiss hatten sich Unterhändler des Europaparlaments, der EU-Kommission sowie der 28 EU-Staaten im Voraus geeinigt. Sie kann nun in Kürze in Kraft treten. Die EU-Staaten haben anschließend maximal zwei Jahre Zeit - also bis Frühjahr 2016 - um die Bestimmungen in nationales Recht umzusetzen.

Der Neuregelung zufolge dürfen Banken etwa Studenten, Saisonarbeitern oder freien Dienstleistern nicht länger ein Konto verweigern, nur weil sie aufgrund ihrer Tätigkeit keinen festen Wohnsitz haben.

2,5 Millionen Anträge abgelehnt

Der Brüsseler Kommission zufolge haben derzeit in der EU mehr als 58 Millionen Menschen kein Konto. Jährlich lehnen Banken demnach rund 2,5 Millionen Anträge auf Eröffnung eines Kontos ab.

Nach Angaben des deutschen Grünen Sven Giegold haben derzeit nur in zwölf der 28 EU-Staaten Bürger einen Anspruch auf ein Basiskonto. In Deutschland gibt es nur eine entsprechende Empfehlung im Verhaltenskodex der Finanzinstitute. Bisher seien aber lediglich in einigen Bundesländern die Sparkassen dieser Empfehlung gefolgt. Über eine Million Bürger müssten heute in Deutschland ohne Bankkonto auskommen.

"Wer kein Konto hat, findet oft keine Wohnung. Wer keine Wohnung hat, bekommt kein Konto", erläuterte eine Sprecherin des Wirtschaftsausschusses im Europaparlament. Dieser "Teufelskreis" solle nun unterbrochen werden.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2014-04-15 13:18:51
Letzte Änderung am 2014-04-15 13:40:32


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