• vom 27.08.2014, 17:43 Uhr

Europäische Union

Update: 28.08.2014, 10:40 Uhr

Kosovo

"Null Toleranz bei Korruption"




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Von Teresa Reiter aus Alpbach

  • Kosovos Präsidentin Atifete Jahjaga wünscht sich mehr Auslandsinvestitionen und einen raschen EU-Beitrittsprozess.

Von EU-Kritik an der Justiz im Kosovo will Jahaga im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" nichts wissen.

Von EU-Kritik an der Justiz im Kosovo will Jahaga im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" nichts wissen.© epa/Kumm Von EU-Kritik an der Justiz im Kosovo will Jahaga im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" nichts wissen.© epa/Kumm

"Wiener Zeitung": Vor zwei Jahren hat sich der österreichische Bauriese Strabag enttäuscht aus dem Kosovo zurückgezogen, wie ist das Klima für ausländische Investoren in Ihrem Land heute?

Information

Atifete Jahjaga ist seit April 2011 Präsidentin des Kosovo. Die ehemalige Polizeibeamtin gehört keiner politischen Partei im Kosovo an und ist die erste Frau im Präsidentenamt des kleinen Balkanstaats. Die "Wiener Zeitung" sprach mit ihr auf dem Europäischen Forum Alpbach.


Atifete Jahjaga: Kosovo hat seit dem Ende des Krieges große Fortschritte gemacht, jedoch ist es für internationale Investitionen eine ziemlich neue Umgebung. Seit der Unabhängigkeitserklärung 2008 haben wir viel Wert auf Reformen von Institutionen und rechtlichen Rahmenbedingungen gelegt, um Investoren von innerhalb und außerhalb anzuziehen. Im Weltbank-Bericht des letzten Jahres findet man den Kosovo unter den Top 10 der Länder, die am meisten Reformen zugunsten des Investmentsektors durchgeführt haben. Das ist eine sehr starke Botschaft an ausländische Investoren.

Es gibt Länder, die sich von der Infrastruktur her besser für Investitionen eignen als der Kosovo. Warum sollten ausländische Firmen also investieren?

Wir sind vor allem deshalb ein guter Ort für Investitionen, weil wir über viel Humankapital verfügen: Etwa 60 Prozent unserer Bevölkerung sind unter 35 Jahre alt. Das ist viel sehr billige Arbeitskraft. Zwar sind wir auch von der globalen Finanzkrise betroffen gewesen, aber die Kosovarische Zentralbank ist die einzige in der gesamten Region, bei der sich der Effekt der Krise in Grenzen hielt. Und wir sind immerhin die Einzigen in der Region, die den Euro als Währung verwenden.

Die Rechtsstaatlichkeitsmission der Europäischen Union (Eulex) übergibt die Zügel Schritt für Schritt an kosovarische Institutionen. Ist der Kosovo bereit, seine rechtlichen Angelegenheiten allein zu regeln?

Wir sind definitiv bereit. In den letzten 15 Jahren haben wir es geschafft, alle nötigen Institutionen inklusive Polizei- und Rechtswesen zu einem Level weiterzuentwickeln, das das ermöglicht. Das ist uns nicht nur durch unsere eigenen Anstrengungen gelungen, sondern auch durch die enorme Unterstützung der internationalen Gemeinschaft. Dieser Prozess dauert weiter an. Es ist wichtig zu betonen, dass Kosovo eine Null-Toleranz-Politik verfolgt, was organisiertes Verbrechen und Korruption angeht.

Der Fortschrittsbericht der Europäischen Kommission sagt etwas anderes. Da heißt es, es gäbe einen "Mangel an Leistungsfähigkeit und Engagement" in dem Teil der Strafverfolgung, der für organisiertes Verbrechen, Korruption und Kriegsverbrechen zuständig ist.

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Dokument erstellt am 2014-08-27 17:47:06
Letzte Änderung am 2014-08-28 10:40:26



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