• vom 03.10.2014, 17:03 Uhr

Europäische Union


Green Growth

"Es gibt Raum für ganz neue Player"




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Von Teresa Reiter

  • Expertin Veugelers über die Zukunftschancen von Green Growth.

Bei neuen Umwelttechnologien ist auch die öffentliche Hand gefordert, meint Veugelers. - © Reiter

Bei neuen Umwelttechnologien ist auch die öffentliche Hand gefordert, meint Veugelers. © Reiter

"Wiener Zeitung": Sie sagen immer wieder, dass Innovation der Schlüssel für eine funktionale grüne Wirtschaft in der Zukunft ist. Doch weniger als fünf Prozent aller Patente weltweit haben mit Umwelttechnologie zu tun, viele davon kommen aus Japan ...


Reinhilde Veugelers: Ich glaube, der Grund dafür ist ein hoher Grad an Spezialisierung. Japan ist gut in bestimmten Teilbereichen, wie etwa Energietechnik, speziell Solarenergie. Die Japaner haben sich Bereiche ausgesucht, die schon gut erforscht und auf Vorhandenem aufgebaut sind. Sie sind nicht besonders aktiv in Bereichen, die sich noch im Frühstadium befinden. Ein anderer großer Erfolgsfaktor sind riesige Summen staatlicher Förderung, die in Japan für grüne Innovation aufgebracht werden, und zwar regelmäßig.

Japan ist also in gewisser Hinsicht ein Vorbild auf diesem Gebiet?

Es ist sehr schwer zu sagen, wie sich Japans Investitionen in der Zukunft auswirken werden. Im Bereich CO2-Preise werden zum Beispiel nur wenige Anreize geschaffen. Außerdem ist die Verbindung zwischen Industrie und Wissenschaft nicht sehr stark. Es ist nicht gesagt, dass Japan immer eine dominante Position im Bereich grüne Energie haben wird.

Wird der Technologie-Aspekt in der Debatte unterschätzt?

Spricht man über Green Growth, so geht es immer wieder um Technologien, aber das konzentriert sich immer darauf, wie wir bereits zur Verfügung stehende Technologien besser nutzen können. Stattdessen müssten wir sicherstellen, dass wir genug in die Technologien der Zukunft investieren. Was immer noch zu wenig betont wird, ist der Bedarf an Innovation. Speziell dieser Bereich braucht alle Regierungsunterstützung, die er bekommen kann. Wenn neue mit etablieren Technologienkonkurrieren müssen, verlieren sie das Rennen sehr oft. Wenn man außerdem eine spezielle Technologie besonders stark unterstützt, weil man da schon einen etablierten Player hat, den man unterstützen will, dann ist das sehr schlecht für alle anderen. Die Mittel müssen besser verteilt werden.

Ist die Beschäftigung mit Green Growth ein Privileg reicher Länder?

Wenn man nur auf etablierte Technologien schaut, dann sieht man oft dieselben Industrieländer, die sich auf dem Bereich starkmachen. Aber bei den wirklich neuen Ideen ist das anders. China etwa war nicht stark im Green-Growth-Bereich, aber die Chinesen machen große Fortschritte. Ich glaube, weil wir hier von radikal neuen Technologien sprechen, gibt es auch Raum für ganz neue Player.

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Dokument erstellt am 2014-10-03 17:05:04


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