• vom 11.08.2017, 09:01 Uhr

Europäische Union

Update: 11.08.2017, 13:16 Uhr

Eier-Skandal

EU beruft Krisensitzung ein




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Von WZ Online, APA, AFP, dpa

  • Vom Eier-Skandal sind zwölf europäische Länder betroffen - darunter auch Österreich.

Brüssel. Die EU-Kommission will am 26. September ein Krisentreffen zu dem Fipronil-Skandal um mit Insektizid verseuchte Eier abhalten. Eine EU-Kommissionssprecherin sagte am Freitag in Brüssel, alle betroffenen Staaten sollten an dem "hochrangigen Treffen" teilnehmen.

Die Sprecherin sagte, das Treffen sollte mit einer gewissen Distanz zu den gegenwärtigen Vorgängen stattfinden, auch sollten bis dahin alle Fakten geklärt sein. Ziel sei es aus den derzeitigen Fällen Lehren zu ziehen und zu schauen, wie das EU-System für Lebensmittelsicherheit verbessert werden könnte.

In Belgien, den Niederlanden, Deutschland und Frankreich wurden nach Angaben der EU-Kommission wegen dem Fipronil-Skandal bisher landwirtschaftliche Produktionsstätten geschlossen. Verseuchte Eier seien bisher nach Schweden, Frankreich, Großbritannien, Österreich, Irland, Italien, Luxemburg, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien und Dänemark exportiert worden. Außerhalb der EU seien mit Fipronil verseuchte Eier auch in der Schweiz und in Hongkong festgestellt worden.

Andriukaitis erklärte, er habe bereits mit den zuständigen Ministern in Deutschland, Belgien und den Niederlanden gesprochen. Diese drei Länder sind hauptbetroffen: In Belgien wurde offenbar ein für die Nutztierhaltung zugelassenes, rein pflanzliches Desinfektionsmittel mit dem für die Nutztierhaltung verbotenen Fipronil gemischt. Das Mittel wurde von einer niederländischen Firma in zahlreichen Ställen in den Niederlanden eingesetzt. Millionen belastete Eier wurden nach Deutschland verkauft - und von dort weiter in andere Länder.

"Wir müssen in allen Einzelheiten aufklären, was geschehen ist", erklärte Andriukaitis. "Wir brauchen eine umfassende Analyse dieses Falls." Die Experten müssten herausfinden, wo die Probleme entstanden seien - "damit wir uns hinsetzen und über Lösungen und Folgen sprechen können".

10,7 Millionen Fipronil-Eier in Deutschland

Die Zahl der mit Fipronil belasteten Eier in Deutschland ist womöglich höher als bisher angenommen. Es sei davon auszugehen, dass "rund 10,7 Millionen möglicherweise mit Fipornil belastete Eier aus den Niederlanden nach Deutschland geliefert worden sind", berichtete die "Rheinische Post" unter Berufung auf eine Antwort des deutschen Landwirtschaftsministerium auf eine Anfrage der Grünen.

Wie viele der Eier in den Handel gelangten, lasse sich nicht mit Sicherheit abschätzen, berichtete die Zeitung mit Verweis auf das Landwirtschaftsministerium in Berlin weiter.

Zuletzt war bekannt geworden, dass Belgien und die Europäische Union schon seit Wochen von Fipronil-Funden wussten. Fipronil ist ein unter anderem bei Hunden und Katzen erlaubtes Insektengift, das gegen Hautparasiten wie Läuse, Milben und Flöhe wirkt. In hohen Dosen kann die Substanz für Menschen gefährlich sein. Wie sie genau wirkt, ist allerdings nicht bekannt.





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Dokument erstellt am 2017-08-11 09:01:36
Letzte Änderung am 2017-08-11 13:16:50


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