• vom 18.07.2018, 17:53 Uhr

Europäische Union

Update: 19.07.2018, 22:18 Uhr

Android

"Ich finde auch, dass es viel Geld ist"




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Von Konstanze Walther

  • Die EU belegt Google mit einer Rekordstrafe von 4,3 Milliarden Euro wegen Wettbewerbsverstößen.



Ein Android-Männchen im Googleplex in Menlo Park, Kalifornien. Android kommt dem Konzern nun sehr teuer.

Ein Android-Männchen im Googleplex in Menlo Park, Kalifornien. Android kommt dem Konzern nun sehr teuer.© APAweb/AFP, EDELSON Ein Android-Männchen im Googleplex in Menlo Park, Kalifornien. Android kommt dem Konzern nun sehr teuer.© APAweb/AFP, EDELSON

Brüssel. Es ist die höchste Kartellstrafe, die von der EU-Kommission jemals in einem Einzelfall verhängt worden ist. Am Mittwoch erklärt EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, die Kommission habe sich entschlossen, Google eine Strafe von 4,34 Milliarden Euro aufzubrummen. Die Geldbuße wurde noch am selben Tag offiziell verhängt.

Von Journalisten gefragt, ob Vestager mit dieser riesigen Summe auch eine politische Dimension mitdenkt, antwortete die Kommissarin: "Ich finde auch, dass es viel Geld ist." Aber es sei innerhalb der gängigen Berechnungen der Kommission, die Umsatz und Gewinn des Konzerns beziehungsweise des Mutterkonzerns (Alphabet) miteinbeziehen. Die Höhe der Strafe reflektiere außerdem laut Vestager "die Dauer (des Missbrauchs), dem Ernst sowie der Unternehmensgröße" geschuldet.

Die Kommission hatte dieses Verfahren, das "Android-Verfahren", bereits im April 2015 aufgenommen. Konkret geht es um Android, das Smartphone- und Tablet-Betriebssystem von Google und allen Diensten, die damit scheinbar zwingend Hand in Hand gehen. Android ist inzwischen praktisch das einzige Betriebssystem für Smartphones, die nicht aus der Apple/iPhone-Sphäre sind. Damit hat Google über Android durchaus die Hand über die Nutzung von mehr als 80 Prozent aller Smartphone-Benutzer.



Würde Google mit dieser Vormachtstellung pfleglich umgehen, hätte die Wettbewerbskommission kein Problem. Doch in Brüssel ist man zu dem Entschluss gekommen, dass Google diese Stellung missbräuchlich verwendet-

Smartphones brauchen, wie andere elektronische Geräte auch, ein Betriebssystem. Entweder die Hersteller entwickeln selbst eines - das kommt oft sehr teuer und ist selten von Erfolg gesegnet, das iOS von Apple mal abgesehen.

Oder die Hersteller greifen zu dem, was scheinbar frei nutzbar ist: Android von Google. Doch wenn die Hersteller Android benutzen wollen, können sie dieses System nicht alleine verwenden - es kommen zwingend vorinstallierte Dienste von Google gleich mit an Bord. Um auf den Google Playstore Zugriff zu haben, müssen etwa die Google-Suchmaschine und der Google Browser Chrome vorinstalliert werden.

Zudem soll Google laut Vestager die Handy-Hersteller daran hindern, Smartphones mit eigens weiter entwickelten Android-Versionen zu vertreiben. Bei solchen Änderungen hätte der Hersteller das Recht verloren, Telefone mit Android zu verkaufen.

Das zeige, dass das Betriebssystem nicht offen für alle wäre, betonte Vestager. Wettbewerbern sei die Möglichkeit genommen worden, innovativ und konkurrenzfähig zu sein, und Verbraucher seien um die Vorteile eines Wettbewerbs gebracht worden.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2018-07-18 18:02:03
Letzte Änderung am 2018-07-19 22:18:28


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