• vom 20.07.2018, 17:40 Uhr

Europäische Union


Mittelmeer

Italien nimmt keine Migranten von EU-Mission auf




  • Artikel
  • Kommentare (4)
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief






    Rom/Tripolis. Italien will in Zukunft auch keine Migranten mehr aufnehmen, die von Schiffen der EU-Marine-Mission "Sophia" aus Seenot gerettet wurden. Außenminister Enzo Moavero Milanesi habe dies vor wenigen Tagen der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini mitgeteilte, berichtete die Zeitung "Die Welt".

    Bisher waren vor allem Rettungsschiffe privater Hilfsorganisationen von Italien abgewiesen worden. Innenminister Matteo Salvini hatte aber angekündigt, dies solle auch für internationale Grenzschutz- und Rettungseinsätze im Mittelmeer gelten. Nach dem Schreiben des italienischen Außenministers an Mogherini berieten die zuständigen Botschafter im Politischen und Sicherheitspolitischen Komitee der EU über alternative Lösungen zur Verteilung der Migranten. Ein Konsens sei dabei nicht gefunden worden.


    Im Rahmen der Operation "Sophia" sind seit Mai 2015 mehr als 49.000 Menschen aus Seenot gerettet worden. Am vergangenen Wochenende hatten sich mehrere Länder, bereit erklärt, von den 450 vor der italienischen Küste in einem Holzboot geretteten Flüchtlingen jeweils 50 zu übernehmen.

    Libyen gegen Lager
    Der libysche Premier Fajes Seradsch lehnte indes Pläne der EU ab, Flüchtlinge in Zentren in dem nordafrikanischen Land unterzubringen. "Wir sind absolut dagegen, dass Europa bei uns illegale Migranten unterbringen will, die man in der EU nicht haben möchte", sagte Seradsch zur "Bild" und fügte hinzu: "Wir werden auch keine Deals mit Geld mit der EU machen, um illegale Migranten aufzunehmen." Die EU solle vielmehr mit den Ländern reden, aus denen die Menschen kämen.

    Vorwürfe gegen die libysche Küstenwache, sie habe Flüchtlinge auf dem Meer zurückgelassen, wies Seradsch zurück. Libyen brauche aber mehr technische und finanzielle Unterstützung, so der Premier.




    4 Leserkommentare




    Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


    captcha Absenden

    * Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-07-20 17:47:11


    Beliebte Inhalte

    Meistgelesen
    1. "Der Maidan ist für mich magisch, schrecklich und schön zugleich"
    2. Spanien droht wegen Gibraltar mit einem "Nein"
    3. Ungarn gewährt Mazedoniens Ex-Premier Asyl
    4. EU-Budget 2019 vorerst gescheitert
    5. EU-Mission mit Fragezeichen
    Meistkommentiert
    1. AfD gerät unter Druck
    2. Bundestagsverwaltung nimmt AfD-Parteispenden unter die Lupe
    3. "Der Maidan ist für mich magisch, schrecklich und schön zugleich"
    4. Macrons europäische Friedensfeier
    5. Italien bleibt stur

    Werbung



    EU-Kunststoffstrategie: Kommission begrüßt freiwillige Industriezusagen zur Stärkung des Markts für recycelte Kunststoffe und ruft zu weiteren Maßnahmen auf


    Europäische Kommission - Pressemitteilung Brüssel, 20. November 2018 Eine vorläufige Bewertung der freiwilligen Zusagen der Industrie durch die Kommission zeigt erhebliche Selbstverpflichtungen, obwohl mehr erforderlich sein wird, um das Ziel eines gut funktionierenden EU-Markts für recycelte Kunststoffe zu erreichen.




    September 2018 gegenüber August 2018 - Produktion im Baugewerbe im Euroraum um 2,0% gestiegen - Anstieg um 1,7% in der EU28


    Europäische Kommission - EUROSTAT Brüssel, 19. November 2018 Im September 2018 stieg die saisonbereinigte Produktion im Baugewerbe gegenüber August 2018 im Euroraum(ER19) um 2,0% und in der EU28um 1,7%, laut ersten Schätzungen von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union.





    Werbung