• vom 30.07.2018, 19:15 Uhr

Europäische Union


Flüchtlinge

Flüchtlingsstrom nach Spanien reißt nicht ab




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  • Innenminister fordert eine europäische Lösung. Brüssel sichert Hilfe zu.

Madrid. Die spanische Seenotrettung hat vor der Südküste des Landes innerhalb von drei Tagen mehr als 1400 Flüchtlinge auf mehreren Dutzend Booten gerettet. Allein am Freitag waren es 888 Migranten im Alboran-Meer und in der Straße von Gibraltar, am Samstag wurden 334 Menschen gerettet, am Sonntag bis zum Nachmittag weitere 200.

Jene rund 200 am Sonntag Geretteten seien auf 20 kleinen Schlauchbooten von Nordafrika aus in See gestochen, zitierte die Nachrichtenagentur Europa Press einen Sprecher des Seerettungsdienstes.


Seit Wochen reißt der Flüchtlingsstrom nach Spanien nicht ab. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) ist das Land neue Hauptdestination von Flüchtenden. Ihre Zahl übertrifft mittlerweile die Ankünfte in Italien und Griechenland. Am vergangenen Wochenende waren ebenfalls weit über 1000 Flüchtlinge gerettet und in andalusische Häfen gebracht worden. Innenminister Fernando Grande-Marlaska besuchte am Samstag die Region, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Wie die Regierung twitterte, lobte der Politiker dabei speziell "die Professionalität und die Humanität" von örtlicher Polizei und Guardia Civil. Bisher sei die Situation in Andalusien unter Kontrolle, betonte Grande-Marlaska, fügte aber hinzu, die Flüchtlingskrise sei "ein europäisches Problem, das einer europäischen Lösung bedarf".

Brüssel äußert Verständnis
Die EU-Kommission meinte, man sei sich der verschärften Lage angesichts der drastisch angestiegenen Zahl von Flüchtlingen in Spanien durchaus bewusst. Bereits beim Gipfel der Staats- und Regierungschefs der EU im Juni sei besprochen worden, dass Spanien vermehrt geholfen werden müsse. Spanien habe Unterstützung angefordert und werde diese bekommen, so eine Kommissionssprecherin. Ebenso würden aber Marokko, mit dem es seit zehn Jahren eine gute Partnerschaft gebe, und Tunesien unterstützt werden. Anfang Juli habe die Kommission 55 Millionen Euro an Hilfen für die zwei nordafrikanischen Staaten genehmigt, um das Grenzmanagement und den Kampf gegen Schlepperei zu verbessern.

Minister Grande-Marlaska ist unterdessen nach Mauretanien weitergereist. Spanien hat dort seit Jahren eine Polizeieinheit stationiert, die unter anderem Schlepperbanden bekämpfen und den Flüchtlingsstrom eindämmen soll. Tatsächlich gelangen Frontex-Statistiken zufolge nur sehr wenige Migranten über diese Route auf die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln: Von Jänner bis Mai waren es lediglich 108.

Gleichzeitig geht aus Zahlen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) hervor, dass Mauretanien - eines der ärmsten Länder der Welt - zusammen mit Staaten südlich der Sahara sowie Mali und Marokko eines der Hauptherkunftsländer der Flüchtlinge ist, die durch die Straße von Gibraltar und das Alboran-Meer Spanien ansteuern.

Aufnahmezentrum
Jetzt hat der Vordenker des Flüchtlingspakts zwischen der EU und der Türkei, Gerald Knaus, ein Aufnahmezentrum für Migranten in Spanien vorgeschlagen. "Es besteht die Chance für einen Durchbruch", so Knaus. "Warum richten Deutschland, Frankreich und die Niederlande nicht gemeinsam mit Madrid ein Aufnahmezentrum in Spanien ein?" Dort sollten Asylentscheidungen ähnlich wie in den Niederlanden innerhalb weniger Wochen getroffen werden und unabhängige Anwälte faire Verfahren sichern. Anerkannte Flüchtlinge könnten auf Deutschland, Frankreich, Spanien und die Niederlande verteilt werden. Wer abgelehnt werde, müsse in sein Herkunftsland zurück.




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Dokument erstellt am 2018-07-30 17:20:13


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