• vom 01.08.2018, 06:00 Uhr

Europäische Union

Update: 01.08.2018, 11:30 Uhr

Brexit

Ministerium für Missgeschicke




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (6)
  • Drucken
  • Leserbrief





Sollte es keine Austrittsvereinbarung geben, würden für die Handelsbeziehungen der Insel zur EU die Regeln der Welthandelsorganisation WTO gelten. Dies könnte bedeuten, dass die EU Zölle von rund zehn Prozent auf britische Autoexporte erhebt.

Um eine Freihandelszone mit Großbritannien warb Hunt bei seinem Besuch in China Anfang der Woche. Dabei legte der Außenminister einen denkbar schlechten Auftritt hin. Beim Gespräch mit seinem Amtskollegen Wang Yi wollte er mit seiner chinesischen Gattin punkten - bezeichnete sie aber als "Japanerin". Angesichts der jahrhundertelangen Rivalität und der Besatzung von Teilen Chinas in den 1930er und 40ern ist das geschichtspolitische Verhältnis der beiden Staaten bis heute nicht friktionsfrei.

"Schrecklicher Fehler"

Hunt sprach von einem "schrecklichen Fehler" und entschuldigte sich - die Häme ahnend - via Twitter bei seiner "lange leidenden Frau H".

Dieser Fehltritt erinnert an Äußerungen seines Vorgängers Boris Johnson. Der Mann mit der blonden Nicht-Frisur bezeichnete beispielsweise die libysche Terror-Hochburg Sirte als potenzielles Touristenziel. In einem buddhistischen Tempel in Myanmar rezitierte er ein Gedicht, in dem eine Buddha-Statue als "Götze aus Matsch" gilt. Afrikaner nannte er "piccaninnies", ein Begriff, der abschätzig für dunkelhäutige Kinder benutzt wird.

Auch mit der Wahrheit nahm es Johnson nicht immer genau: So versprach er bei der Brexit-Kampagne den Briten, 350 Millionen Pfund pro Woche ins Gesundheitssystem statt in die EU fließen zu lassen. Dass Großbritannien einen großen Teil seiner EU-Beiträge wieder zurückerhält, ließ der Brexit-Wortführer unerwähnt.

Johnson steht momentan im Abseits - und bereit, sollte Theresa May während der Brexit-Verhandlungen doch von ihrer Partei gestürzt werden. Hunt galt 2012 als Ablösekandidat, damals wurden allzu enge Verbindungen britischer Politiker zum Medienmogul Rupert Murdoch bekannt. Unter Johnson hätte er wohl keine politische Zukunft.


zurück zu Seite 1




1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2018-07-31 16:59:24
Letzte Änderung am 2018-08-01 11:30:21



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Orban führt Europäische Volkspartei vor
  2. Juncker bremst Erwartungen
  3. Modezar Karl Lagerfeld ist tot
  4. Zuwachs für die Abtrünnigen
  5. Berlin und Paris für politisches Veto
Meistkommentiert
  1. EU-Mitgliedschaft bedeutet Österreichern immer mehr
  2. "SPD will aus großer Koalition aussteigen"
  3. Spanien vor der Machtprobe
  4. "Offene Kriegserklärung" an die EU
  5. Großdemo gegen Regierung in Rom

Werbung



Fusionskontrolle: Kommission genehmigt unter Auflagen die Übernahme der gemeinsamen Kontrolle über Andromeda, Nireus und Selonda durch Amerra und Mubadala


Europäische Kommission - Pressemitteilung Brüssel, 15. Februar 2019 Die Europäische Kommission hat die Übernahme der gemeinsamen Kontrolle über die Aquakulturunternehmen Andromeda, Nireus und Selonda durch Amerra und Mubadala nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Die Genehmigung erfolgt unter der Auflage, dass im Rahmen der Abhilfemaßnahmen Unternehmensteile veräußert werden.




EU-Haushalt für 2021-2027: Kommission begrüßt vorläufige Einigung über den Europäischen Verteidigungsfonds


Europäische Kommission - Pressemitteilung Brüssel, 20. Februar 2019 Die EU-Institutionen haben eine teilweise politische Einigung über den Europäischen Verteidigungsfonds erzielt, der eine innovative und wettbewerbsfähige industrielle und wissenschaftliche Basis stärken und einen Beitrag zur strategischen Autonomie der EU leisten wird.





Werbung