• vom 23.08.2018, 20:48 Uhr

Europäische Union


Flüchtlinge

Italien droht EU im Asylstreit




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  • Vizepremier Di Maio: Einigung bei Flüchtlingsverteilung oder Beitragszahlungsstopp.

Rom/Brüssel. Italien hat der EU mit einem Zahlungsstopp gedroht, sollte es keine rasche Einigung auf eine Übernahme der Flüchtlinge auf dem italienischen Schiff "Diciotti" durch die EU-Partner geben. "Wenn morgen beim Treffen der Europäischen Kommission nichts zur Verteilung der Migranten von der ‚Diciotti‘ herauskommt, werde ich nicht bereit sein, jedes Jahr 20 Milliarden Euro an die EU zu zahlen", erklärte Vizepremier Luigi Di Maio von der Fünf-Sterne-Bewegung in einem Facebook-Video.

Auf der "Diciotti", die drei Tage zuvor im Hafen von Catania auf Sizilien festgemacht hatte, warten noch immer 150 erwachsene Migranten. 27 Minderjährigen hatte Innenminister Matteo Salvini von Di Maios Koalitionspartner Lega erlaubt, das Schiff der italienischen Küstenwache zu verlassen. Die anderen müssen auf Geheiß Salvinis so lange an Bord bleiben, bis andere EU-Länder sich zu ihrer Aufnahme bereit erklären. Di Maio sagte, er unterstütze Salvinis Linie. Einen Tag zuvor hingegen hatte der Präsident des Unterhauses, Di Maios Parteifreund Roberto Fico, Salvini kritisiert und ihn aufgefordert, auch die anderen Migranten ins Land zu lassen. Die "Diciotti" hatte die Menschen vor mehr als einer Woche von einem überfüllten Boot gerettet.


Angesichts hundertttausender Bootsflüchtlinge in den vergangenen Jahren hat Italien wiederholt von den EU-Partnern eine faire Verteilung gefordert. Die neue Regierung hat eine härtere Gangart angeschlagen und bereits mehrfach Rettungsschiffen die Einfahrt in italienische Häfen verwehrt.




Schlagwörter

Flüchtlinge, Italien, EU, Asyl

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Dokument erstellt am 2018-08-23 20:56:41


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