• vom 24.08.2018, 09:41 Uhr

Europäische Union

Update: 24.08.2018, 14:28 Uhr

Migration

Migranten auf Diciotti in Hungerstreik getreten




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Von WZ Online, APA

  • Die Flüchtlinge warten seit vier Tagen im sizilianischen Hafen darauf, an Land gehen zu dürfen.

Die Flüchtlinge auf der Diciotti warten noch immer darauf, an Land gehen zu dürfen. - © APAweb / AFP, Giovanni Isolino

Die Flüchtlinge auf der Diciotti warten noch immer darauf, an Land gehen zu dürfen. © APAweb / AFP, Giovanni Isolino

Rom. Die Migranten an Bord des Schiffes der italienischen Küstenwache "Diciotti", die seit vier Tagen auf die Landung warten, sind in den Hungerstreik getreten. Dies berichtete der sozialdemokratische Senator, Davide Faraone, der am Donnerstag an Bord des Schiffes gegangen war.

"Spannung herrscht an Bord des Schiffes. Ich habe von den Hafenbehörden die Information erhalten, dass die Migranten in den Hungerstreik getreten sind. Besuche an Bord des Schiffes, um den Zustand der Migranten zu kontrollieren, sind aus Sicherheitsgründen ausgesetzt worden", berichtete Faraone am Freitag auf Twitter.

Di Maio bekräftigt harten Kurs mit EU

Italien hat der Europäischen Union mit einem Zahlungsstopp gedroht, sollte es keine rasche Einigung auf eine Übernahme der Flüchtlinge auf der "Diciotti" durch die EU-Partner geben. Vize-Regierungschef Luigi Di Maio meinte am Freitag, Italien wolle nicht nachgeben. "Die Italiener verlangen, dass Italien von der EU respektiert wird. Wir wollen mit der EU nicht streiten. Doch in dieser Woche hat die EU-Kommission zum Thema 'Diciotti' noch kein Wort gesagt", klagte Di Maio, Vorsitzender der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung, die zusammen mit der Lega die Regierung in Rom bildet.

Innenminister Matteo Salvini bekräftigte, dass die circa 150 Flüchtlinge an Bord des Schiffes so lange nicht an Land gehen dürfen, bis die EU eine Einigung über ihre Umverteilung erreicht habe.

Salvini betonte, er warte auf ein Flugzeug aus einer europäischen Hauptstadt in Catania. "Die Europäer können ihr großes Herz beweisen, indem sie die Flüchtlinge aufnehmen. Wir haben bereits unseren Teil geleistet, indem wir die 27 Minderjährigen an Bord des Schiffes aufgenommen haben", erklärte Salvini im Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera".

Spitzenbeamte tagen

Spitzenbeamte von 12 EU-Staaten tagen am Freitag in Brüssel im Rahmen eines Krisentreffens, um eine Lösung für die Migranten an Bord des Schiffes zu finden.

Salvini bestritt Meinungsverschiedenheiten mit dem Regierungspartner Fünf-Sterne in Sachen Migrationspolitik. "Die Regierung ist kompakt, weil wir uns an den Koalitionsvertrag halten. Dieser sieht einen scharfen Kampf gegen die Schleppermafia und die unkontrollierte Einwanderung vor", sagte Salvini. Der Innenminister hatte den Präsidenten der Abgeordnetenkammer Roberto Fico attackiert, der sich für die sofortige Landung der Bootsflüchtlinge ausgesprochen hatte.

Indes appellierten Menschenrechtsorganisationen an die Regierung in Rom, die Flüchtlinge von Bord gehen zu lassen. Demos von Anti-Rassismus-Aktivisten sind auch am Freitag in Catania geplant.





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Dokument erstellt am 2018-08-24 09:44:04
Letzte Änderung am 2018-08-24 14:28:45


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