• vom 31.08.2018, 19:00 Uhr

Europäische Union

Update: 01.09.2018, 12:47 Uhr

Zeitumstellung

Sommerzeit jetzt auch im Winter?




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  • Die EU will die Zeitumstellungen abschaffen. Staaten können sich für eine Zeitzone entscheiden.

- © apa/zb/Sebastian Kahnert

© apa/zb/Sebastian Kahnert

Brüssel/Wien. (ast/is) Und halbjährlich grüßt das Murmeltier - immer wieder werden am letzten Samstag im März und am letzten Sonntag im Oktober die Uhren umgestellt. In Österreich wurde 1980 die Zeitumstellung wieder eingeführt, mit der Absicht, durch eine bessere Tageslichtnutzung Energie zu sparen. Die Ölkrise 1973 war wohl vielen noch im Gedächtnis. Seit 2002 ist die Umstellung EU-weit einheitlich geregelt, um Probleme durch unterschiedliche Uhrzeiten im Gütertransport oder bei Flug- und Bahnverbindungen zu vermeiden. Seitdem werden zweimal im Jahr die Uhren von 2.00 Uhr auf 3.00 Uhr und wieder zurück umgestellt.

Und jedes Mal aufs Neue melden sich die Kritiker der Zeitumstellung zu Wort. Die erhofften Stromersparnisse seien nicht eingetreten, die Umstellung nerve nicht nur, sondern sei auch eine echte Belastung für Mensch und Tier, Mediziner beobachten Umstellungsprobleme des Körpers. Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, sogar Depressionen seien die Folge.

Die jüngst beendete EU-weite Online-Befragung zur Zeitumstellung hat die Debatte über die Abschaffung erneut angefacht. 4,6 Millionen Menschen nahmen daran teil - im Vergleich zu anderen Bürgerbefragungen ist das ein Rekord. Andererseits entspricht das aber nicht einmal 0,9 Prozent der Gesamtbevölkerung aller 28 EU-Staaten. Alleine 3 Millionen Teilnehmer waren in Deutschland zuhause. Auch Österreicher und Luxemburger beteiligten sich vergleichsweise rege. Insgesamt sprachen sich 84 Prozent für das Ende der Zeitumstellung aus. Nur in Zypern und Griechenland stimmten mehr als die Hälfte der Befragungsteilnehmer für die Beibehaltung der Zeitumstellung.

Die EU-Kommission betont jedoch nach wie vor, dass es sich bei der Umfrage nicht um ein Referendum handle - sie sei somit nicht bindend. Das EU-Parlament hatte die Brüsseler Behörde im Februar beauftragt, Forderungen nach einer Abkehr von der Sommerzeit zu prüfen. Die nicht repräsentative Umfrage ist dabei also nur ein Teil der Bewertung. Die endgültigen Resultate der ausstehenden Studien und Meinungen sollen in den kommenden Wochen veröffentlicht werden.

"Die Menschen wollen das - wir machen das"

Jean-Claude Juncker hat sich jedoch bereits deutlich zu Wort gemeldet und sich für die Abschaffung ausgesprochen, "die Menschen wollen das - wir machen das", betonte der EU-Kommissionspräsident am Freitag im ZDF. "Millionen haben geantwortet und sind der Auffassung, dass es so sein sollte, dass die Sommerzeit in Zukunft für alle Zeit gilt", so Juncker. Die EU-Kommission sei bereits zu einem Entschluss gekommen und wolle die Abschaffung empfehlen.




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Dokument erstellt am 2018-08-31 18:14:56
Letzte Änderung am 2018-09-01 12:47:04


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