• vom 17.09.2018, 18:08 Uhr

Europäische Union


EU-Kommissionschef

EU-Wahl: Sefcovic will sozialdemokratischer Spitzenkandidat werden




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  • Kommissionsvize Timmermans und Währungskommissar Moscovici sind ebenfalls in der Ziehung.

Will Juncker beerben: Maros Sefcovic. - © apf/Dunand

Will Juncker beerben: Maros Sefcovic. © apf/Dunand

Brüssel. EVP-Fraktionschef Manfred Weber war vorige Woche der erste, der sich als Möchtegern-Nachfolger des scheidenden EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker offiziell aus der Deckung gewagt hat. Seit Montag haben auch Europas Sozialdemokraten einen ersten Bewerber. Der Slowake Maros Sefcovic gab in Brüssel seine Kandidatur für den Posten des "Spitzenkandidaten" innerhalb der SPE bekannt. Der für die EU-Energieunion zuständige Vizepräsident der Kommission, verfügt nach eigenen Angaben über die erforderliche Unterstützung von neun sozialdemokratischen Parteien - Slowakei, Tschechien, Polen, Ungarn, Rumänien, Lettland, Litauen, Zypern und Malta.

Entscheidung im Dezember
Er wolle Europa stärker und autonomer machen, um den Kontinent für künftige Herausforderungen fit zu machen, sagte Sefcovic in einer Pressekonferenz. So trete er für eine starke europäische Handels- und Industriepolitik und eine Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den USA und China ein. Außerdem forderte der EU-Kommissionsvizepräsident eine stärke Rolle des Euro als "wirkliche Weltwährung". Dies würde auch die europäische Außenpolitik stärken. Interne Konflikte in der EU will Sefcovic überbrücken. "Wir müssen aufhören, von Ost und West, von Nord und Süd zu reden. Wir müssen den Stacheldraht in unseren Köpfen loswerden." Er selbst habe als junger Student in Bratislava vor 30 Jahren durch den Stacheldraht in Richtung Österreich geblickt, sagte der 52-Jährige. Damals habe er sich nicht vorstellen können, dass Europa eines Tages geeint sein werde und er einmal für die Europäische Union arbeiten würde.


SPÖ-Chef Christian Kern bezeichnete Sefcovic als "sehr guten Kommissar". "Aber bei der Frage der Spitzenkandidatur ist das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen", so Kern nach Angaben seines Sprechers. Die SPÖ-Delegationsleiterin im Europaparlament, Evelyn Regner, hatte zuvor erklärt, die SPÖ wolle sich erst im Dezember festlegen, wen sie unterstützt. Die Sozialdemokraten bestimmen ihren Spitzenkandidaten am 7. und 8. Dezember in Lissabon.

Mogherini aus dem Rennen
Als weitere mögliche Kandidaten gelten Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans (Niederlande) und der EU-Währungskommissar Pierre Moscovici. In der Fraktion hofften viele, dass mit der italienischen EU-Außenkommissarin Federica Mogherini eine Frau antritt. Doch sie ist nach Angaben aus EU-Kreisen nicht mehr im Rennen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.

Dass Kern selbst Spitzenkandidat werden könnte, schloss sein Sprecher Wolfgang Zwander aus.

Sefcovic ist bereits seit 2009 Mitglied der EU-Kommission und zuletzt für institutionelle Beziehungen und für Verwaltung zuständig. Zuvor war der Diplomat seit dem EU-Beitritt der Slowakei Botschafter seines Landes bei der Europäischen Union. Er studierte von 1984 bis 1985 an der Wirtschaftsuniversität Bratislava sowie von 1985 bis 1990 am Moskauer "Staatlichen Institut für Internationale Beziehungen". 1998 war er kurzzeitig Büroleiter des Außenministers, ab dem Jahr 2003 Generaldirektor in der Abteilung "Europäische Angelegenheiten" des slowakischen Außenministeriums.




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Dokument erstellt am 2018-09-17 18:18:12


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