• vom 11.12.2018, 10:45 Uhr

Europastaaten

Update: 11.12.2018, 10:51 Uhr

Gelbwesten

Macron erntet "geteilte Reaktionen"




  • Artikel
  • Lesenswert (24)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZOnline, APA, AFP

  • Militante Mitglieder der Bewegung fordern weiter den Sturz des Präsidenten und Demos.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wendet sich an die Nation. - © APAweb/Reuters, Ludovic Marin

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wendet sich an die Nation. © APAweb/Reuters, Ludovic Marin

Paris. Auf ein gemischtes Echo ist am Dienstag die Fernsehansprache des französischen Präsidenten Emmanuel Macron gestoßen, in der er einige Zugeständnisse an die Protestbewegung der sogenannten Gelbwesten machte. Gemäßigte Kräfte begrüßten Macrons Versprechen, den Mindestlohn im kommenden Jahr um 100 Euro monatlich anzuheben und die Erhöhung der Sozialabgaben für Pensionisten auszusetzen, die über weniger als 2000 Euro im Monat verfügen.

Doch viele "Gelbwesten" äußerten sich unmittelbar nach der am Montagabend ausgestrahlten und von 21 Millionen Fernsehzuschauern gesehenen Rede an die Nation ablehnend. Sie kündigten an, ihre Verkehrsblockaden fortzusetzen und am kommenden Samstag zum fünften Mal hintereinander landesweit an Demonstrationen teilzunehmen und Macrons Rücktritt zu fordern.

Dem Premierminister Edouard Phillippe fällt die Rolle zu, am Dienstag in der Nationalversammlung die von Macron kurz angerissenen Maßnahmen - und ihre Finanzierung durch den Staat - ausführlich darzulegen. Dazu gehört auch, Überstunden künftig ohne Steuern und Sozialabgaben zu vergüten. Die Auszahlung einer Prämie der Unternehmer an ihre Mitarbeiter zum Jahresende soll auf freiwilliger Basis erfolgen.

Wut, Enttäuschung, Spott

An vielen von den "Gelbwesten" besetzten Kreisverkehren schwankte die Stimmung zwischen Enttäuschung, Wut und beißendem Spott. Der "Präsident der Reichen" habe "Krümel" angeboten, um der Revolte den Wind aus den Segeln zu nehmen, hieß es. Das Ganze sei ein "Tropfen auf den heißen Stein", ein "Bluff", eine "Augenwischerei", wenn nicht gar eine "Provokation".

Andere "Gelbwesten" fanden dagegen etwa die Erhöhung des Mindestlohns um 100 Euro "nicht schlecht". Auch die Jahresendprämie sei eine "sehr gute Idee".

Kritik von der Gewerkschaft

Von Gewerkschaftsseite gab es kritische Reaktionen. Die CGT erklärte, Macron habe "vom Zorn der Bevölkerung nichts begriffen". Die Gewerkschaft UNSA bedauerte, dass für Beamte nichts vorgesehen sei, die oft nicht viel mehr als den Mindestlohn verdienen. Der Chef der gemäßigten CFDT, Laurent Berger, hatte sich schon vor der 13-minütigen Rede des Präsidenten eine obligatorische Prämie von den Unternehmern gewünscht.





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2018-12-11 10:46:44
Letzte Änderung am 2018-12-11 10:51:37



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Sieben wenden sich von Labour ab
  2. EU sieht sich nicht als Befehlsempfänger
  3. Gegen das Leid von Hühnern
  4. Auftakt zur "Schlacht um Europa"
  5. Die EU erlebt einen Frühling
Meistkommentiert
  1. EU-Mitgliedschaft bedeutet Österreichern immer mehr
  2. Spanien vor der Machtprobe
  3. "Offene Kriegserklärung" an die EU
  4. "SPD will aus großer Koalition aussteigen"
  5. May verliert erneut Abstimmung im Parlament

Werbung




Werbung