• vom 08.01.2019, 20:59 Uhr

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Update: 08.01.2019, 21:06 Uhr

Deutschland

AfD-Politiker zusammengeschlagen




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  • Sämtliche Bundestagsparteien verurteilen den Angriff auf Frank Magnitz.

Frank Magnitz wurde brutal zusammengeschlagen. - © APAweb, afp, Fabian Sommer

Frank Magnitz wurde brutal zusammengeschlagen. © APAweb, afp, Fabian Sommer

Berlin. (reu/dpa) Eine Prügelattacke auf den Bremer AfD-Landeschef und Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz (Bild) hat bei Politikern aller Parteien in Deutschland Empörung ausgelöst.

Der Bundestagsabgeordnete war nach Polizeiangaben am frühen Montagabend von mindestens drei Männern angegriffen und verletzt worden. Danach flohen die Täter. Die Fahndung blieb bisher erfolglos. Ein Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft sagte, Magnitz’ Zustand sei stabil, der 66-Jährige sei ansprechbar. Eine Sonderkommission von Staatsschutz und Polizei hat in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt die Ermittlungen übernommen.


Die deutsche Regierung verurteilte die Tat. Der "brutale Angriff" auf den Rechtspopulisten sei "scharf zu verurteilen", schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter. "Hoffentlich gelingt es der Polizei rasch, die Täter zu fassen." Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) sagte: "Gewalt kann und darf niemals Mittel politischer Auseinandersetzung sein."

Der Grüne Cem Özdemir betonte, er hoffe, dass der oder die Täter bald ermittelt und verurteilt werden. "Auch gegenüber der AfD gibt es keinerlei Rechtfertigung für Gewalt. Wer Hass mit Hass bekämpft, lässt am Ende immer den Hass gewinnen." "Egal, wie sehr ich das, wofür die AfD steht, ablehne: Gewalt ist kein Mittel der politischen Auseinandersetzung", erklärte FDP-Chef Christian Lindner. Und auch der Linke-Bundestagsfraktionschef Dietmar Bartsch sagte, es gebe "keine Rechtfertigung für ein solches Verbrechen".

AfD gibt Parteien
und Medien Mitschuld

Die AfD-Fraktionschefs Alice Weidel und Alexander Gauland gaben den anderen Parteien und kritisch über die Nationalpopulisten berichtenden Medien Mitschuld an dem Angriff. Björn Höcke, der führende Vertreter des völkischen Flügels in der AfD, zog Analogien zu den 1929ern und sprach von "Weimarer Verhältnissen". Er verwies auf eine Explosion vor dem AfD-Büro im sächsischen Döbeln.

Nach Einschätzung von Experten erleichtert das Auftauchen der AfD als neues Feindbild die Mobilisierung der extremistischen Linken. In jüngsten Schätzungen geht der Verfassungsschutz von 9000 "gewaltorientierten Linksextremisten" aus. Von "Linksterrorismus" ist im Verfassungsschutzbericht aber nicht die Rede.




Schlagwörter

Deutschland, AfD, Frank Magnitz

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Dokument erstellt am 2019-01-08 17:59:22
Letzte Änderung am 2019-01-08 21:06:28



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