Rom. Nach dem jüngsten Tauziehen um die Landung von 47 Migranten an Bord des Rettungsschiffes "Sea-Watch 3" plant die italienische Regierung einen "Bann" für NGO-Schiffe aus Gründen der öffentlichen Sicherheit. Dies kündigte der italienische Verkehrsminister Danilo Toninelli, der für die italienischen Häfen zuständig ist, am Donnerstag in einem Radio-Interview an.

Die deutsche NGO "Sea-Watch" habe das internationale Seerecht nicht respektiert, kritisierte der Spitzenpolitiker der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung. "Ist es normal, dass ein NGO-Schiff frei vor Libyen verkehrt und allein entscheidet, wohin die Migranten gebracht werden sollen?", so Toninelli. Die Crew der "Sea-Watch 3" hätte die Migranten nach Tunesien und nicht nach Sizilien führen sollen, sagte der Minister.

Die Migranten werden im Laufe des Vormittags im sizilianischen Catania erwartet, wie Medien berichteten. Die NGO Sea-Watch kritisierte, dass hinter dem Befehl an die Crew, die Küste vor der Stadt Siracusa zu verlassen, um Catania zu erreichen, ein politischer Beschluss der Regierung stecke. In Catania sei ein Staatsanwalt im Einsatz, der Ermittlungen gegen die NGO führe.

Begleitet wird das Schiff von Personal der italienischen Küstenwache. In Catania befindet sich unter anderem eine Einrichtung für jugendliche Migranten. Hier sollen die 13 Minderjährigen an Bord des Schiffes untergebracht werden, hieß es aus dem Innenministerium in Rom.