• vom 09.02.2019, 18:17 Uhr

Europastaaten


Gelbwesten-Proteste

Ein Schwerverletzter bei Zusammenstößen in Paris




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Von WZ Online, APA, AFP, Reuters, dpa

  • Einem Mann soll von einer Blendgranate Hand abgerissen worden sein. Weitere Demonstrationen in Bordeaux, Toulouse und Nantes.

Es ist bereits der 13. Samstag, an dem es zu Massenkundgebungen der "Gelbwesten" kam. Nun soll ein Mann schwer verletzt worden sein. - © APAweb, AFP, Thomas SAMSON

Es ist bereits der 13. Samstag, an dem es zu Massenkundgebungen der "Gelbwesten" kam. Nun soll ein Mann schwer verletzt worden sein. © APAweb, AFP, Thomas SAMSON

Paris. Bei erneuten Protesten der sogenannten Gelbwesten-Bewegung sind am Samstag in Paris mehrere Demonstranten verletzt worden. Ein Mann sei an der Hand schwer verwundet worden, als es in der Nähe der Nationalversammlungen zu Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften gekommen sei, teilte die Polizeipräfektur mit. Weitere Demonstrationen gab es unter anderem in Bordeaux, Toulouse und Nantes.

Aus Behördenkreisen verlautete, der Mann habe eine Blendgranate der Polizei zurückwerfen wollen. Sie sei explodiert und habe ihm mehrere Finger, wenn nicht sogar die ganze Hand abgerissen. Mindestens ein weiterer Demonstrant sei am Kopf verletzt worden. Mit der Granate hätten die Sicherheitskräfte versucht, die Demonstranten vom Parlamentsgebäude zurückzudrängen, sagte der Augenzeuge Cyprien Roger zur Nachrichtenagentur AFP. Bei dem Betroffenen handle es sich um einen Fotografen der "Gelbwesten". Der schwerverletzte Mann wurde von Rettungskräften in Paris abtransportiert.


Bereits der 13. Samstag mit Massenkundgebungen

In Paris marschierten Tausende vom Triumphbogen über die Champs-Elysees in Richtung Eiffelturm. Entlang der Route kam es vereinzelt zu weiteren Zwischenfällen. Demonstranten warfen Gegenstände auf die Einsatzkräfte, die zum Teil mit Tränengas und Gummigeschoßen antworteten. Einige Bushaltestellen wurden zerstört. Bis 14.00 Uhr wurden nach Angaben der Polizeipräfektur zehn Menschen festgenommen.

Es ist bereits der 13. Samstag, an dem es zu Massenkundgebungen der "Gelbwesten" kam. Seit dem 17. November demonstrieren immer wieder Zehntausende in mehreren Städten gegen die Politik von Präsident Emmanuel Macron. Die Proteste entzündeten sich an Plänen der Regierung, die Benzinpreise zu erhöhen, und wuchsen sich aus zu Massendemonstrationen gegen Macron und seine Wirtschaftspolitik insgesamt.

Kritik an Gummigeschoßen der Polizei

Die Kritik der Demonstranten richtet sich aber auch dagegen, dass die Polizei Gummigeschoße eingesetzt hat, durch die viele Menschen zum Teil schwer verletzt wurden. Die Polizei geht zudem immer wieder mit Tränengas gegen die Demonstranten vor. Als Reaktion auf die Proteste hat Macron einen sogenannten nationalen Dialog begonnen, in dem er sich unter anderem in Diskussionsveranstaltungen Bürgern stellt.

Die Beteiligung an den seit fast drei Monaten anhaltenden Protesten war zuletzt zurückgegangen. Am vorangegangenen Samstag gingen nach Angaben des französischen Innenministeriums 58.600 Menschen gegen die Politik von Präsident Emmanuel Macron auf die Straße, darunter 10.500 in Paris. Die "Gelbwesten" selbst sprachen allerdings von 116.000 Demonstranten. Zum Start der Protestbewegung waren es Mitte November noch mehr als 280.000 gewesen.

Dieses Mal richteten sich die Proteste auch gegen ein geplantes Gesetz, das erleichterte Demonstrationsverbote und harte Strafen für Vermummte vorsieht. Einige Aktivisten haben dazu aufgerufen, sich gezielt zu vermummen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2019-02-09 17:18:29
Letzte Änderung am 2019-02-09 17:21:32



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