• vom 23.01.2013, 12:26 Uhr

Europastaaten

Update: 23.01.2013, 13:21 Uhr

Vatikan

Bischofs-Mörder zu 15 Jahren Haft verurteilt




  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Türke bereut Tat
  • Diskussion über politische Motive für die Gewalttat.

Der Mörder des Bischofs Luigi Padovese (im Bild das Begräbnis) wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt. - © APAweb / EPA, Seckin Yalcin

Der Mörder des Bischofs Luigi Padovese (im Bild das Begräbnis) wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt. © APAweb / EPA, Seckin Yalcin

Ankara. In der Türkei ist am Dienstag der Mörder von Bischof Luigi Padovese zu insgesamt 15 Jahren Haft verurteilt worden. Das berichtet die römische Presseagentur "AsiaNews". Laut Rechtsexperten könnte der Mann, der bereits seit der Tat Mitte 2010 im Gefängnis sitzt, bei guter Führung bereits nach sechs Jahren wieder in Freiheit sein, hieß es zu dem Prozess in Ankara.


Der zur Tatzeit 26-jährige Murat Altun hatte am 3. Juni 2010 den Vorsitzenden der Türkischen Bischofskonferenz und Apostolischen Vikar von Anatolien, für den er als Fahrer arbeitete, vor seinem Haus im südtürkischen Iskenderun erstochen. Über sein Motiv machte er widersprüchliche Angaben. Sie reichten von einer angeblichen Geistesgestörtheit über einen islamischen Hintergrund bis zu der Behauptung, er habe mit Padovese eine homosexuelle Beziehung gehabt. Seine Anwälte hatten auf Unzurechnungsfähigkeit gepocht, Gerichtsmediziner ihn jedoch für verhandlungsfähig erklärt.

Geringes Interesse der türkischen Justiz
Kirchenvertreter bemängelten wiederholt ein zu geringes Interesse der türkischen Justiz an der genauen Aufklärung des Falles. Nach dem Mord an Bischof Padovese war über mögliche politische Motive für die Gewalttat diskutiert worden, einige türkische Medien lancierten aber auch das Gerücht über eine angebliche homosexuelle Beziehung. In den vergangenen Jahren waren mehrere Christen in der Türkei von türkischen Nationalisten ermordet worden.

Der Verurteilte erklärte laut "AsiaNews" nach dem Prozess, er bereue den Mord an dem aus Italien stammenden Kapuziner-Missionsbischof. Er sei "die letzte Person" gewesen, die "mir etwas Böses antun konnte". Er sei während der Tat nicht Herr seiner selbst gewesen.




Schlagwörter

Vatikan, Mord, Türkei

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2013-01-23 12:26:26
Letzte Änderung am 2013-01-23 13:21:34


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Thaci sieht Gebietstausch als Vorleistung für EU-Beitritt
  2. Exit vom Brexit könnte EU-Wahl stark beeinflussen
  3. Dramatische Rettungsaktion um Kind im Brunnen geht weiter
  4. Digitalsteuer soll Geld in die Kassen bringen
  5. "Schon Gedanke an weichen Brexit ist Verrat"
Meistkommentiert
  1. Historische Schlappe für May
  2. "Boshaftigkeitsverbot" eines Bürgermeisters
  3. Fast alle Spitzenkandidaten stehen fest
  4. Schottland fordert eine neue Volksabstimmung
  5. "Mir ging es darum, in Sicherheit zu sein"

Werbung




Werbung