• vom 16.03.2013, 17:47 Uhr

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Update: 17.03.2013, 18:37 Uhr

Zypern

Zyperns Zentralbank friert
gesamtes Bankensystem ein




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Von AFP/WZOnline

  • Nach Schocknachricht für Zyperns Sparer
  • Alle Transaktionen gestoppt.
  • Mit dem Zugriff auf die Kundeneinlagen bricht die Euro-Zone ein Tabu.

Nikosia. Um einem massenhaften Ansturm auf die Konten angesichts der Angst der Bankkunden vor der Zwangsabgabe zuvorzukommen, hat die Zentralbank Zyperns das gesamte Bankensystem quasi lahmgelegt. Über ein entsprechendes Schreiben von Zentralbankchef Panicos Demetreades von Samstag berichteten am Sonntag griechischsprachige Medien.

Demetreades verbietet demnach darin "vorläufig und bis auf weiteres" sämtliche Transaktionen wie Auszahlungen oder Überweisungen innerhalb und außerhalb Zyperns, sogar innerhalb derselben Bank. Bereits erteilte Aufträge seien auszusetzen, heißt es weiter in dem Schreiben.


Das Parlament in Zypern hat die Sitzung über die umstrittene Bankabgabe im Rahmen der Euro-Rettungshilfen auf Montag verschoben. Die Abgeordneten würden erst zu Wochenbeginn über die vereinbarte Einmal-Steuer informiert und darüber abstimmen, meldete die staatliche zypriotische Nachrichtenagentur am Sonntag.

Am Montag ist in Zypern Feiertag, die Banken des Inselstaates haben nicht geöffnet. Ursprünglich wollte Anastasiades noch am Wochenende die Volksvertreter über die Sonderabgabe in Kenntnis setzen und über das dafür nötige Gesetz sofort nach den Beratungen abstimmen lassen. Mehrere Parteien der insgesamt 56 Abgeordnete zählende Kammer, in der keine Partei eine absolute Mehrheit hat, sind am Sonntag zusammengekommen, um ihre Position zu der Bankabgabe zu formulieren. Drei Parteien haben bereits ihren Widerstand dagegen angekündigt.

Mit dem Zugriff auf die Kundeneinlagen bricht die Euro-Zone ein Tabu. Guthaben von unter 100.000 Euro sollen einmalig mit 6,75 Prozent belastet werden, Beträge darüber mit 9,9 Prozent. Die Abgabe soll dem Staat 5,8 Milliarden Euro einbringen. Von der EU erhält Zypern zehn Milliarden Euro, die hauptsächlich in die von der Pleite bedrohten Banken des Landes fließen sollen.

Allein die Ankündigung, die Abgabe zu erheben, sorgte am Samstag in Zypern für Aufruhr. Genossenschaftsbanken, die normalerweise am Samstag arbeiten, blieben geschlossen, um einen Ausverkauf zu verhindern. An Geldautomaten ließ sich zwar Bargeld abheben, weitere Transaktionen waren allerdings nicht möglich.

Schockmeldung zum Frühstück

Die Zyprioten erfuhren Samstag früh, welche Kompromisse ihre Regierung in der Nacht in Brüssel für internationale Finanzhilfe eingegangen war. Alle Konten bei zypriotischen Banken werden mit einer einmaligen Zwangsabgabe belegt - das trifft nicht nur reiche ausländische Anleger wie russische Oligarchen, sondern auch Pensionisten und andere Kleinsparer des Inselstaats. Im Gegenzug gewährt die Eurozone dem Land Finanzhilfen von bis zu zehn Milliarden Euro.

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Dokument erstellt am 2013-03-16 17:48:04
Letzte Änderung am 2013-03-17 18:37:47


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