Wien/Madrid. (wak) Das Bruttoinlandsprodukt Spaniens wird 2014 auf dem Niveau von 2007 sein - auf gut 1000 Milliarden Euro. Das ist immerhin ein Anstieg nach der langen Rezession. Aber durch die Reformen am Arbeitsmarkt und die Effizienzsteigerung gibt es nur mehr 16 Millionen Jobs bei 47 Millionen Einwohnern - vor der Krise waren es 20 Millionen Arbeitsplätze. "Unternehmen, die früher zwei bis drei Mitarbeiter beschäftigt hatten, kommen jetzt mit einem aus", erzählt der österreichische Wirtschaftsdelegierte in Madrid, Michael Spalek.

Die Arbeitslosigkeit liegt inzwischen über 26 Prozent und wird nach Schätzung des Internationalen Währungsfonds auch in den kommenden fünf Jahren nur auf etwa 22 Prozent sinken. Trotz der viel zitierten Jugendarbeitslosigkeit beobachtet Spalek vor allem jene Menschen mit Sorge, die zwischen 35 und 45 Jahren sind, jahrelang am Bau tätig waren, über keine Ausbildung verfügen und nun ohne Job und Perspektive sind. "Die wird Spanien in der Zukunft mittragen müssen", meint Spalek. Das Arbeitslosengeld wird nach zwei Jahren gestrichen, danach bleibt nur der familiäre Zusammenhalt.

Die Zeiten, in denen in Spanien täglich Immobilien gebaut wurden, weil die Preisentwicklung von Häusern einem stabilen Aktienkurs gleichzusetzen war, sind vorbei, das Platzen der Immobilienblase war auch der größte Auslöser der Krise. "Die Zementproduktion ist auf dem Niveau der 70er Jahre", sagt Spalek. Der Bausektor stehe vollkommen. "Drei bis vier Familien wohnen in Siedlungen mit 300.000 Apartments", berichtet Spalek. Trotz des massiven Leerstands werden noch immer täglich 180 Wohnungen geräumt - Menschen, die ihre Hypothek nicht mehr bezahlen können, stehen damit auf der Straße. Wer eine Wohnung in Spanien kaufen will, gehe nicht zum Immobilienmakler, sondern zu den Banken - die praktisch alle geräumten Wohnungen halten.

Dafür sind die Unternehmen international gesehen wesentlich wettbewerbsfähiger geworden, die Exporte steigen.