• vom 05.08.2016, 17:11 Uhr

Europastaaten

Update: 08.08.2016, 12:05 Uhr

Energie

Zweiergespann gegen den Westen




  • Artikel
  • Kommentare (3)
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ-Korrespondent Axel Eichholz

  • Recep Tayyip Erdogan besucht kommende Woche Wladimir Putin. Zwei autoritäre Staatsmänner feiern eine Freundschaft, die buchstäblich aus Ruinen auferstanden ist.

Die Eiszeit ist vorbei: Putin (r.) und Erdogan (Archivbild 2015) haben gemeinsame Interessen.

Die Eiszeit ist vorbei: Putin (r.) und Erdogan (Archivbild 2015) haben gemeinsame Interessen.© afp Die Eiszeit ist vorbei: Putin (r.) und Erdogan (Archivbild 2015) haben gemeinsame Interessen.© afp

Moskau. (ce) Am kommenden Dienstag trifft der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den russischen Amtskollegen Wladimir Putin in dessen Heimatstadt St. Petersburg. Für ihn wird es das erste internationale Gipfeltreffen nach dem niedergeschlagenen Militärputsch.

Der Erfolg seiner St. Petersburger Gespräche ist angesichts der buchstäblich aus den Ruinen auferstandenen russisch-türkischen Freundschaft vorgezeichnet. Nachdem die Türkei im Vorjahr einen russischen Kampfjet über Syrien abgeschossen hatte, hing der Haussegen mehr als schief. Doch nach einer Entschuldigung Erdogans bei Putin ist nun alles anders. Beide Politiker haben momentan mit dem Westen nichts am Hut und wollen ihn nach Kräften provozieren. Jedenfalls braucht Erdogan von Putin keine Kritik wegen seiner Verletzungen der Menschenrechte zu fürchten - auf der Basis von Gegenseitigkeit. Putin hat Erdogan nach dem missglückten Putschversuch als erster angerufen und seiner Unterstützung versichert. Vermutlich erwartet Ankara von Moskau nun konkretere Schritte.


Wiederaufwertung durch EU
Dabei wünschten die beiden Politiker sehnlichst, von der EU und den USA wieder akzeptiert zu werden - jeder in seinem Sinne, schreibt die Moskauer Tageszeitung "Kommersant". Die Zeitung zitiert aus einem Interview des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu mit dem Fernsehsender CNN Turk: "Es gibt diejenigen, die sich Sorgen um die Normalisierung unserer Beziehungen mit Russland machen. Unsere Beziehungen mit Moskau sind keine Alternative zu unseren Beziehungen mit der Nato und der EU." "Obwohl sich keine radikale Änderung der Beziehungen zwischen Ankara und Moskau abzeichnet, braucht Erdogan im Vorfeld des G-20-Gipfels in China Garantien dafür, dass er nicht zu einer Unperson der großen Politik verkommt", sagt der frühere russische Vizeaußenminister Andrej Fjodorow.

Moskau braucht Ankara
Dies sei das erste Ziel der Russlandreise des Türken. Das zweite seien seine Beziehungen mit der EU. Das Flüchtlingsabkommen sei äußerst wichtig für Europa und erlaube es Erdogan, auf Bündnispartner erfolgreich Druck zu machen. Es gebe aber eine Schmerzgrenze, so Fjodorow. Die Wiedereinführung der Todesstrafe werde die EU nicht hinnehmen. Russland würde dagegen moderater darauf reagieren und so einen Ausgleich für Ankara schaffen.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Schlagwörter

Energie, Treffen

3 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2016-08-05 17:14:07
Letzte Änderung am 2016-08-08 12:05:06


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. "The ayes to the right . . .": So stimmt das Unterhaus ab
  2. Chaos in London lässt Devisenmarkt kalt
  3. Schottland fordert eine neue Volksabstimmung
  4. Wie das Feindbild Soros erschaffen wurde
  5. "Mir ging es darum, in Sicherheit zu sein"
Meistkommentiert
  1. Historische Schlappe für May
  2. Ultimatum an Premier Orban
  3. "Gelbwesten" stürmten Regierungsgebäude
  4. Schottland fordert eine neue Volksabstimmung
  5. Papst appelliert an EU-Spitzen

Werbung




Werbung