• vom 29.08.2016, 21:33 Uhr

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CDU-Spitzen stehen hinter Merkel




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  • Für eine erneute Kandidatur gibt es in der eigenen Partei breiten Rückhalt.

Die Partei signalisiert zur Zeit geschlossenheit. - © CDU

Die Partei signalisiert zur Zeit geschlossenheit. © CDU

Berlin. Spitzenpolitiker der deutschen CDU sprechen sich deutlich für eine erneute Kanzlerkandidatur von Parteichefin Angela Merkel aus. Diese hält es sich ja vorerst offen, ob sie noch einmal antreten will.

So sagte etwa CDU-Vize Julia Klöckner, dass sie von einem neuerlichen Antreten Merkels bei der Bundestagswahl im Herbst 2017 ausgehe. Sie selbst könne sich als Kanzlerkandidatin "keinen anderen vorstellen als Angela Merkel", ergänzte Klöckner.


Neben der rheinland-pfälzischen Landes-Chefin plädierten auch andere führende CDU-Politiker dafür, dass Merkel wieder antritt. Die "Bild"-Zeitung berichtete, prominente Vertreter der CDU-Spitze rechneten damit, dass Merkel auf dem Bundesparteitag im Dezember die Kandidatur für den Parteivorsitz mit der Kanzlerkandidatur verknüpfen werde - aus taktischem Kalkül heraus, um ihre parteiinternen Kritiker im Schach zu halten.

Die Zeitung schreibt, wegen Unmuts über Merkels Flüchtlingspolitik werde ein erheblicher Dämpfer bei der Wahl zur CDU-Vorsitzenden befürchtet. Die Verkündung ihrer Kanzlerkandidatur vor der Abstimmung in Essen sei geeignet, das Ergebnis deutlich aufzupolieren. Wer dann noch gegen sie stimme, schmälere die Erfolgschancen der CDU im Wahlkampf.

CSU will sich erst entscheiden, ob sie Merkel unterstützt
Der CDU-Politiker und Bundestagspräsident Norbert Lammert sagte auf die Frage, ob die Kanzlerin wieder als Vorsitzende antreten solle: "Ich denke ja." Er würde es sehr begrüßen, wenn es bei der Entscheidung über Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur "ein großes Einvernehmen unter möglichst allen Beteiligten gibt. Ich habe auch gar keinen Zweifel daran, dass das zustande kommt."

Laut einem Bericht des Spiegels will Merkel aber noch abwarten, ob sie für eine erneute Kanzlerkandidatur auch die Unterstützung der CSU, die ja Merkels Flüchtlingspolitik immer wieder scharf kritisiert, erhält. Der bayerische Finanzminister Markus Söder ließ die Unterstützung seiner CSU für Merkel aber noch offen.

Zunächst müsse sie selbst erklären, ob sie antrete. Auf die Frage, ob er sich dies wünsche, sagte Söder dem "Spiegel", Merkel sei international angesehen und habe viel für Deutschland geleistet. "Aber über diese Frage wird erst im Frühjahr entschieden."

Einer Umfrage zufolge lehnt die Hälfte der Deutschen eine vierte Amtszeit Merkels ab. Dagegen befürworten laut Emnid-Erhebung für die "Bild am Sonntag" 42 Prozent der Befragten, dass die CDU-Vorsitzende noch einmal antritt. Unter den Anhängern der Union sprechen sich 70 Prozent für eine weitere Amtszeit aus, 22 Prozent lehnen sie ab. Merkel führt die CDU seit 2000 und ist seit 2005 Regierungschefin.




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Dokument erstellt am 2016-08-29 17:35:03
Letzte Änderung am 2016-08-29 18:50:55


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