• vom 10.10.2017, 09:58 Uhr

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Update: 10.10.2017, 20:40 Uhr

Katalonien

Puigdemont bietet Spanien Dialog an




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Von WZ Online, APA, dpa, Reuters

  • Kataloniens Regierungschef Charles Puigdemont verschiebt eine Ausrufung der Unabhängigkeit und bietet Madrid den Dialog an.

Charles Puigdemont spricht bald vor dem katalanischen Regionalparlament in Barcelona. - © APA, afp, Lluis Gene

Charles Puigdemont spricht bald vor dem katalanischen Regionalparlament in Barcelona. © APA, afp, Lluis Gene

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20171010katalonien2© APA, afp, Lluis Gene 20171010katalonien2© APA, afp, Lluis Gene

Madrid/Barcelona. Der Regierungschef von Katalonien, Carles Puigdemont, hat die angekündigte Unabhängigkeit von Spanien verschoben und zu Gesprächen aufgerufen. Er setze den Unabhängigkeitsprozess aus, um in den nächsten Wochen einen Dialog und eine Vermittlung mit Madrid einzuleiten, sagte der 54-Jährige am Dienstag vor dem Regionalparlament in Barcelona.

Damit hat der Chef der Regionalregierung eine weitere Zuspitzung der Krise vorerst vermieden. Puigdemont hält weiterhin an seinen Unabhängigkeitsplänen fest. Er bat das Parlament in Barcelona um ein Mandat, um Katalonien zu einem unabhängigen Staat zu erklären.

Spannung und Nervosität

Am Sonntag vor einer Woche hatte Puigdemont ungeachtet eines Verbots durch das Verfassungsgericht und gegen den Willen der Zentralregierung in Madrid ein Referendum über die Unabhängigkeit abhalten lassen. Bei der von den Gegnern der Abspaltung mehrheitlich boykottierten Befragung gewann das "Ja"-Lager mit rund 90 Prozent, die Beteiligung lag jedoch bei nur 43 Prozent. Dennoch reklamierte Puigdemont anschließend, damit habe Katalonien das "Recht auf Unabhängigkeit" erlangt.

Barca-Fans mit einer Estelada, der katalanischen Unabhängigkeitsfahne.

Barca-Fans mit einer Estelada, der katalanischen Unabhängigkeitsfahne.© APAweb / AFP, Pau Barrena Barca-Fans mit einer Estelada, der katalanischen Unabhängigkeitsfahne.© APAweb / AFP, Pau Barrena

Puigdemonts Auftritt vor dem Regionalparlament am Dienstag in Barcelona war mit Spannung und Nervosität erwartet worden. Noch kurz vor seiner Rede hatte der Innenminister der Zentralregierung, Juan Ignacio Zoido, einen "letzten Aufruf" an Puigdemont gemacht, von einer Unabhängigkeitserklärung abzusehen.

Jubel vor dem Parlament

Schon ab dem Nachmittag hatten sich immer mehr Anhänger der Unabhängigkeitsbewegung unweit des Parlaments versammelt. Die Stimmung war zunächst gespannt, aber friedlich. Auf dem Platz vor dem Parlament brandete immer wieder Jubel auf, wenn Puigdemont vom Ergebnis des Referendums sprach.

Puigdemont kritisierte bei seiner Rede von dem Parlament in Barcelona die Zentralregierung in Madrid heftig. Diese habe jeden Versuch des Dialogs von Seiten Kataloniens abgelehnt: "Die Antwort war immer eine radikale und absolute Weigerung, kombiniert mit einer Verfolgung der katalanischen Institutionen", sagte der katalonische Regierungschef. An alle Spanier gerichtet fügte er hinzu: "Wir sind keine Verbrecher, keine Verrückten, keine Putschisten."

Ministerpräsident Mariano Rajoy wollte am Mittwoch (16.00 Uhr) vor der Abgeordnetenkammer in Madrid Stellung zu Puigdemonts Aussagen beziehen.

Sowohl die Abstimmung als auch ihr Ergebnis ist in Spanien und auch in Katalonien höchst umstritten. In der regionalen Hauptstadt Barcelona waren am Sonntag Hunderttausende Menschen gegen die Abspaltungspläne auf die Straße gegangen.





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Dokument erstellt am 2017-10-10 10:02:55
Letzte Änderung am 2017-10-10 20:40:35


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