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Update: 09.02.2018, 12:36 Uhr

Luftangriffe

Türkei kämpft weiter gegen Kurden in Syrien




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Von WZ Online, APA, Reuters

  • Waffenlager, Bunker und Stellungen zerstört. In der Türkei wurden Gegner der Syrien-Offensive verhaftet.

"Free Syria"-Kämpfer in Afrin. - © APAweb / Reuters, Khalil Ashawi

"Free Syria"-Kämpfer in Afrin. © APAweb / Reuters, Khalil Ashawi

Damaskus/Ankara. Türkische Kampfflugzeuge haben Stellungen der kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG in Syrien angegriffen. Bei den 19 Einsätzen in der Region Afrin seien Waffenlager, Bunker und Stellungen der Miliz zerstört worden, teilten die Streitkräfte am Freitag mit. Laut der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi begannen die Angriffe um Mitternacht (Ortszeit).

Nach einem Bericht der Zeitung "Hürriyet" hatte die Türkei ihre Luftangriffe unterbrochen, nachdem ein russisches Kampfflugzeug am Samstag in der syrischen Provinz Idlib von Rebellen abgeschossen worden war. Die Türkei betrachtet die YPG als Schwesterorganisation der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und rückt seit Jänner mit Luftangriffen und Bodentruppen gegen die Gruppe vor.

Auch in anderen Teilen Syriens kommt es immer wieder zu Kämpfen und Luftangriffen, etwa östlich der Hauptstadt Damaskus, wo Einheiten von Präsident Bashar al-Assad gegen Rebellen in der Enklave Ost-Ghouta kämpfen. Informationen der in Großbritannien ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge wurden dort in den vergangenen vier Tagen mehr als 200 Menschen getötet.

Die französische Verteidigungsministerin Florence Parly forderte eine Einstellung der Luftangriffe und die Einrichtung von Korridoren, um die Bevölkerung versorgen zu können. Östlich von Damaskus und in der Provinz Idlib würden Zivilisten zu Zielen der Angriffe, sagte sie dem Sender France Inter.

Weitere Verhaftungen in Türkei von Gegnern der Offensive in Syrien

Die türkische Führung geht weiter gegen Kritiker ihrer Offensive in der nordsyrischen Region Afrin vor. Am Freitag erließ die Staatsanwaltschaft in Ankara Haftbefehl gegen 17 weitere Personen, darunter die Co-Vorsitzende der zweitgrößten Oppositionspartei HDP, Serpil Kemalbay.

Ihnen werde vorgeworfen, unter dem Vorwand der Kritik gegen die Afrin-Offensive Straßenproteste und Ausschreitungen organisieren zu wollen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi. Die HDP, deren zweiter Co-Vorsitzender Selahattin Demirtas wegen mutmaßlicher Verbindungen zu militanten Kurden bereits in Haft sitzt, ist die einzige größere Partei, die in der Türkei gegen die "Offensive Ölzweig" gegen die Kurdenmiliz YPG auftritt. Am Sonntag ist der jährliche Parteitag in Ankara geplant.

Die Türkei betrachtet die YPG als Schwesterorganisation der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und rückt seit Jänner mit Luftangriffen und Bodentruppen gegen die Gruppe vor. Wegen Kritik daran wurden schon rund 600 Menschen festgenommen, die unter anderem ihren Protest über soziale Medien verbreitet hatten.

Wie die europäischen Grünen in einer Aussendung mitteilten, wurden in der Früh auch die Parteivorsitzenden der türkischen Grünen Partei, Eylem Tuncaelli und Naci Sönmez, verhaftet worden. Auch ihnen werde die Mitgliedschaft und Unterstützung einer terroristischen Organisation vorgeworfen, hieß es. Sowohl Thomas Waitz, Vorstandsmitglied der europäischen Grünen und Abgeordneter des Europaparlaments, als auch Michel Reimon, Co-Delegationsleiter der Grünen im Europaparlament, wiesen die Vorwürfe auf das Schärfste zurück und forderten die sofortige Freilassung der Politikerkollegen.





Schlagwörter

Luftangriffe, Türkei, Syrien

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-02-09 12:29:57
Letzte nderung am 2018-02-09 12:36:28



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