• vom 14.02.2018, 07:55 Uhr

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Update: 14.02.2018, 07:55 Uhr

Alternative für Deutschland

Völkischer Aschermittwoch




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Von Alexander Dworzak

  • Die AfD versammelt ihr Rechtsaußenlager. Für die Sachsen-Wahl steht Kooperation mit der Pegida-Bewegung im Raum.

Björn Höckes Thesen sind heftig umstritten - und kommen an.

Björn Höckes Thesen sind heftig umstritten - und kommen an.© dpa/Stratenschulte Björn Höckes Thesen sind heftig umstritten - und kommen an.© dpa/Stratenschulte

Pirna/Wien. Die AfD schimpft leidenschaftlich gerne über "Altparteien" - also alle anderen. Deren Rituale bedient sie sich aber gerne. Auch sie lädt zum Politischen Aschermittwoch in ganz Deutschland. So tritt einer der beiden Parteivorsitzenden, Jörg Meuthen, in Bayern auf, FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky ist Gastredner. Eine "Kracherveranstaltung" verspricht der AfD-Verband Sächsische Schweiz - Osterzgebirge auf seiner Webseite. Angesagt sind unter anderem Björn Höcke und Jörg Urban. Beide sind im Osten der Bundesrepublik verankert; Höcke als Fraktionsvorsitzender in Thüringen, Urban als Landesvorsitzender in Sachsen. Beide stehen rechtsaußen. Und in beiden Bundesländern ist die AfD von einer Randfigur des politischen Spektrums auf eine Bewegung gewachsen, die 20 Prozent plus X erreichen kann.

"Aushöhlung der deutschen Souveränität und Identität"
Björn Höcke erlangte bereits weit über Thüringen Grenzen Bekanntheit. So bezeichnete er das Berliner Holocaustmahnmal als "Denkmal der Schande" und unterfütterte seine Asylthesen evolutionsbiologisch. Höcke setzte dem europäischen "Platzhaltertyp" den afrikanischen "Ausbreitungstyp" entgegen. Weniger bekannt als diese Ausfälle ist die "Erfurter Resolution" aus dem Jahr 2015: eine Absage an den vermeintlichen politischen Einheitsbrei, "der Feigheit und dem Verrat an den Interessen unseres Landes". Die Unterzeichner verstehen sich als "Widerstandsbewegung gegen die weitere Aushöhlung der Souveränität und der Identität Deutschlands". Und die AfD als Partei, die "Mut zur Wahrheit und zum wirklich freien Wort besitzt". Höcke hat die "Erfurter Resolution" mitinitiiert, gemeinsam mit Alexander Gauland - mittlerweile Parteichef und Fraktionsvorsitzender im Bundestag.


"Wir orientieren uns in unserem politischen Handeln ängstlich an dem, was uns Institutionen, Parteien und Medien als Spielraum zuweisen, anstatt selbst den Radius unseres Handelns abzustecken und zu erweitern", wiesen jene AfDler anno 2015 jegliche Bemühungen zurück, aus der Partei eine bürgerlich-konservative Bewegung zu formen. Wenn Höcke und Gauland den "Radius erweitern" wollen, heißt das nichts anderes, als die Grundprinzipien der Bundesrepublik nach 1945 zum Einsturz zu bringen, somit auch die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus: "Wir haben die Aufgabe, uns unsere großartige Geschichte wieder neu anzueignen", sagte Höcke 2016. "Das permanente Mies- und Lächerlichmachen unserer Geschichte hat uns wurzellos gemacht." Damals meinte Höcke auch: "Dieses Land, dieses Volk, liebe Freunde, muss endlich seine verlorene Männlichkeit zurückfinden."

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-02-13 17:59:22
Letzte Änderung am 2018-02-14 07:55:29


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