• vom 05.03.2018, 06:44 Uhr

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Update: 05.03.2018, 12:14 Uhr

Parlamentswahlen

Berlusconis bitterer Sieg




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Von WZ Online, APA, dpa

  • Die Fünf Sterne Bewegung holt rund 32 Prozent und die Lega Nord kommt mit Bündnispartner Forza Italia auf knapp über 37 Prozent.

Der Spizenkandidat der Fünf-Sterne-Bewegung Luigi Di Maio ist der Gewinner der Wahl. - © APAweb / AFP, Carlo Hermann

Der Spizenkandidat der Fünf-Sterne-Bewegung Luigi Di Maio ist der Gewinner der Wahl. © APAweb / AFP, Carlo Hermann

Silvio Berlusconi, der frühere Ministerpräsident Italiens und Chef der Partei "Forza Italia", ist nur mehr die zweite Kraft in seinem Wahlbündnis.

Silvio Berlusconi, der frühere Ministerpräsident Italiens und Chef der Partei "Forza Italia", ist nur mehr die zweite Kraft in seinem Wahlbündnis.© APAweb / AP, Antonio Calanni Silvio Berlusconi, der frühere Ministerpräsident Italiens und Chef der Partei "Forza Italia", ist nur mehr die zweite Kraft in seinem Wahlbündnis.© APAweb / AP, Antonio Calanni

Rom. Europakritische und rechte Parteien sind die großen Gewinner der Parlamentswahl in Italien. Die Fünf-Sterne-Bewegung und die fremdenfeindliche Lega konnten ordentlich zulegen - auch wenn sie nicht auf eine regierungsfähige Mehrheit kommen.

Das Mitte-Rechts-Bündnis um den ehemaligen Ministerpräsident Silvio Berlusconi lag wie erwartet vorne. Seine konservative Forza Italia wurde innerhalb dieser Allianz laut Hochrechnungen aber von der Lega überholt. Damit wird Lega-Chef Matteo Salvini die Führungsrolle im Bündnis und möglicherweise bei den Regierungsverhandlungen beanspruchen.Die Ära des Medienzaren scheint sich dem Ende zu nähern.

Die regierenden Sozialdemokraten mussten mit ihrem Bündnis eine schwere Niederlage einstecken. Der ehemalige Ministerpräsident Matteo Renzi steht vor dem Abgang als Parteichef des Partito Democratico. "Wenn ich dies überlebe, ist es gut", meinte er sarkastisch in der Wahlnacht. Das Linksbündnis erhielt rund 23 Prozent der Stimmen, die PD nur 18,82 (Kammer) bzw. 19,2 (Senat) Prozent.

Die Fünf-Sterne-Bewegung als stärkste Einzelkraft triumphierte bei der Wahl. "Jetzt müssen alle mit uns reden", sagte Alessandro Di Battista, der in Italien zu den bekanntesten Köpfen der Bewegung gehört. Er sprach von einem "Triumph" und einer "wahren Vergöttlichung". Listenführer Luigi Di Maio sprach am Montag von einem "historischen Augenblick" und einer "unbeschreiblichen Emotion".

Sozialdemokraten liegen bei 19 Prozent

Die Fünf Sterne, die ohne Bündnispartner ins Rennen gegangen waren, liegen nach Auszählung von rund 90 Prozent der Stimmen bei 32,10 Prozent im Senat, der zweiten Kammer des Parlaments. Im Abgeordnetenhaus erreichten sie sogar 32,5 Prozent der Stimmen. Mitte-Rechts kommt dagegen auf 37,48 Prozent im Senat, 36,97 im Abgeordnetenhaus. Davon entfallen 17,8 Prozentpunkte auf die Lega und nur 14,5 Punkte auf Forza Italia, der Rest auf zwei kleine Parteien.

Die Lega hatte sich vor allem in der Migrationskrise Gehör verschafft. "Mein erstes Wort: GRAZIE!", twitterte Parteichef Matteo Salvini in der Wahlnacht. "Es ist ein historischer Moment für die Lega", sagte der Vize-Chef der Lega, Giancarlo Giorgetti.

Mehrheit wird "schwer, wenn nicht unmöglch"

Eine Mehrheit im Parlament zu bekommen, werde für alle Parteien schwer, "wenn nicht unmöglich sein", erklärte Wolfgango Piccoli von der Denkfabrik Teneo. "Eine lange Zeit des Kuhhandels zwischen den Parteien steht bevor." Populistische und euroskeptische Parteien kämen zusammengenommen auf rund 50 Prozent der Stimmen. "Die wahrscheinlichen Opfer sind Matteo Renzi und Silvio Berlusconi", sagte Piccoli.

Die Fünf Sterne sind für ihre Fundamentalopposition bekannt. Traditionell hat die Bewegung Koalitionen ausgeschlossen, scheint nun aber Lust aufs Regieren bekommen zu haben. "Eines geht sicher aus diesen Daten hervor: Nämlich dass die Fünf Sterne der Eckpfeiler der nächsten Legislaturperiode werden", sagte der Sterne-Abgeordnete Alfonso Bonafede.

Bei Renzis Sozialdemokraten waren dagegen lange Gesichter angesagt. Der PD-Fraktionschef Ettore Rosato sah seine Partei schon auf dem Weg in die Opposition und sprach von einer "Niederlage".





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-03-05 06:45:32
Letzte Änderung am 2018-03-05 12:14:39


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