• vom 27.03.2018, 13:27 Uhr

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Update: 27.03.2018, 13:39 Uhr

Zusammenstöße

"Serbische Liste" zieht sich aus Kosovo-Regierung zurück




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Von WZ Online, APA

  • Nach Zusammenstößen im mehrheitlich serbischen Mitrovica ruft die EU zur Zurückhaltung auf.

Bei einer Aktion der kosovarischen Polizei im mehrheitlich serbischen Nord-Mitrovica sind am Montagabend 32 Menschen verletzt worden. - © APAweb / AFP

Bei einer Aktion der kosovarischen Polizei im mehrheitlich serbischen Nord-Mitrovica sind am Montagabend 32 Menschen verletzt worden. © APAweb / AFP

Prishtina (Pristina)/Belgrad. Die im Kosovo mitregierende, Belgrad-treue "Serbische Liste" zieht sich aus der Regierung des Premiers Ramush Haradinaj zurück. Dies teilte ihr Chef Goran Rakic am Dienstag nach einem Treffen mit Serbiens Staatschef Aleksandar Vucic mit.

Die Entscheidung wurde mit der Aktion der kosovarischen Sonderpolizeieinheit ROSU am Montagnachmittag in Nord-Mitrovica und der Festnahme von Marko Djuric, dem Leiter des serbischen Regierungsbüros für den Kosovo, begründet. Djuric wurde nach einer kurzen Einvernahme in Prishtina des Landes verwiesen. Er erschien am Dienstag mit Verbänden an beiden Händen vor Journalisten in Belgrad. Er sei von Polizisten verprügelt und bedroht worden, aber wieder wohlauf, sagte Djuric.

Die "Serbische Liste" ist mit zehn Abgeordneten im kosovarischen Parlament vertreten. In der Regierung Haradinajs stellt sie drei Minister und einen Vizepremier. Die Entscheidung der "Serbischen Liste" dürfte die Parlamentsmehrheit der kosovarischen Regierung infrage stellen.

EU ruft Kosovo und Serbien zu Zurückhaltung auf 

Die EU hat den Kosovo und Serbien nach den Zusammenstößen in Mitrovica zur Zurückhaltung aufgerufen. Eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini sagte am Dienstag in Brüssel, die Hohe Vertreterin der EU sei in Kontakt mit den Präsidenten Serbiens und des Kosovo, Aleksandar Vucic und Hashim Thaci.

Auch auf anderer Ebene würden Kontakte laufen. Die EU appelliere an beide Seiten, die nötige Zurückhaltung und Reife zu zeigen, damit die Situation nicht weiter eskaliere. Ziel sei eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Serbien und dem Kosovo. Bisherige Vereinbarungen im Dialog zwischen Serbien und Kosovo müssten geachtet werden.

Auf die Frage nach einem möglichen Boykott Spaniens beim EU-Westbalkangipfel am 17. Mai in Sofia, betonte die Sprecherin, es gebe eine Verpflichtung aller EU-Staaten zu dem Gipfeltreffen. Spanien erkennt den Kosovo neben vier anderer EU-Staaten (Rumänien, Slowakei, Zypern und Griechenland) bisher nicht an. Die Einladungen zu dem Gipfel seien aber noch nicht ausgesandt worden.

Bei einer Aktion der kosovarischen Polizei im mehrheitlich serbischen Nord-Mitrovica sind am Montagabend 32 Menschen verletzt worden.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-03-27 13:33:05
Letzte Änderung am 2018-03-27 13:39:17


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