Skopje/Athen. Mazedoniens Premier Zoran Zaev dürfte nach mehrtägigem Zögern nun unter Druck stehen, bis Samstag seine endgültige Zustimmung zur kürzlich erzielten Vereinbarung mit Griechenland über die Lösung des langjährigen Namensstreits zu erteilen. Die Aufforderung dazu sei angeblich von den USA gekommen, berichtete der mazedonische TV-Sender "AlsatM". Zaev habe das aber weder bestätigt noch dementiert.

Zaev selbst ließ seit der Vorwoche wiederholt wissen, dass ein Telefongespräch und ein darauf folgendes Treffen mit seinem griechischen Amtskollegen Alexis Tsipras nur eine Frage von Tagen wäre.

Soweit bisher bekannt ist, wurde die auf 20 Seiten verfasste Vereinbarung zur Lösung des Namensstreits vor kurzem bei Treffen der Außenminister der beiden Staaten in New York und Brüssel erzielt und soll bei einem weiteren Treffen von Zaev und Tsipras unterzeichnet und veröffentlicht werden.

Der griechische Außenminister Nikos Kotzias hatte am Dienstag die jüngste Verzögerung bei den Bemühungen um die Lösung des Namenstreits mit Mazedonien auf Probleme bei der Regierung in Skopje zurückgeführt. Die Führung in Skopje sei der Auffassung, dass sie große Probleme bei der Umsetzung der Vereinbarung haben werde, erläuterte Kotzias.

Sicherheitswarnung von Mazedoniens Außenministerium

Mazedoniens Außenministerium hat unterdessen am Mittwoch eine Sicherheitswarnung an die Landsleute gerichtet, die sich in Griechenland aufhalten. Sie sollen am Nachmittag Orte in 23 griechischen Städten meiden, wo Protestkundgebungen im Zusammenhang mit dem langjährigen Namensstreit geplant seien, teilte das Außenministerium mit.

Mazedoniens Medien berichteten in der Vorwoche, dass die "Frühere Jugoslawische Republik Mazedonien" künftig den Namen "Republik Nord-Mazedonien" tragen würde. Gemäß Kotzias wären allerdings weiterhin auch zwei andere Lösungsvorschläge - "Republik Ober-Mazedonien" und "Republik Neues Mazedonien" - im Spiel.

Der Namensstreit zwischen Athen und Skopje dauert seit 1991 an. Griechenland will, dass Mazedonien seinen Verfassungsnamen (Republik Mazedonien) ändert, weil der nördliche Teil Griechenlands auch den Namen Makedonien trägt. Der Konflikt behindert auch schon seit Jahren die Annäherung Mazedoniens an die EU und NATO.