• vom 09.07.2018, 20:44 Uhr

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Spanien

Madrid und Barcelona auf Entspannungskurs




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    Madrid/Barcelona. Am Montag haben sich Spaniens Regierungschef Pedro Sanchez und der separatistische Regionalpräsident Kataloniens Quim Torra im Madrider Moncloa-Regierungspalast getroffen. Beide erklärten sich bereit, die durch den katalanischen Unabhängigkeitsprozess gestörten Beziehungen wieder zu "normalisieren" und erneut den "politischen Dialog" zu suchen.

    Unter der konservativen Vorgängerregierung von Mariano Rajoy lag der Dialog zwischen Madrid und Barcelona praktisch auf Eis. Der letzte Besuch eines katalanischen Regionalpräsidenten in Madrid fand im April 2016 statt. Damals forderte der heute im Berliner "Exil" lebende Carles Puigdemont Rajoy auf, ein Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien zu genehmigen, bei dem etwas weniger als die Hälfte der 7,5 Millionen Katalanen sich für die Abspaltung von Spanien ausspricht.


    Rajoys harte und wenig dialogbereite Blockadepolitik gegen Kataloniens Separatisten endete am 1. Oktober 2017 in einem verbotenen Unabhängigkeitsreferendum und der anschließenden Ausrufung der katalanischen Republik, welche zur Absetzung der Regionalregierung führte. Katalonien wurde unter Zwangsverwaltung gestellt, zahlreiche ehemalige Regierungspolitiker befinden sich seitdem unter dem Vorwurf der Rebellion in Untersuchungshaft.

    Spaniens neuer sozialistischer Regierungschef Sanchez, der Rajoy erst vor knapp einem Monat per Misstrauensvotum stürzte, bekräftigte, erneut den "politischen Dialog" suchen zu wollen. Als erste Geste seiner "Entspannungspolitik" ließ er die inhaftierten katalanischen Ex-Regierungspolitiker und separatistischen Aktivisten vergangene Woche von spanischen in katalanische Haftanstalten überführen. Zudem stellt Sanchez höhere staatlichen Investitionen in Katalonien sowie eine Verfassungsänderung in Aussicht, um Spanien in einen echten Föderalstaat zu verwandeln.




    Schlagwörter

    Spanien, Katalonien

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    Dokument erstellt am 2018-07-09 18:04:53



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