München. (dpa/red) In Bayern sind seit Mittwoch die ersten der deutschen Ankerzentren für Asylwerber in Betrieb. Die Einrichtungen sollen Asylverfahren und damit auch Abschiebung oder Rückführung derjenigen Migranten beschleunigen, die kein Bleiberecht haben. In jedem der sieben bayerischen Regierungsbezirke liegt ein Ankerzentrum, diese wurden allerdings nicht komplett neu errichtet. Vielmehr wurden bestehende Transitzentren oder Erstaufnahmeeinrichtungen umgewidmet und umgewandelt.

Die Ankerzentren sind ein Teil des "Masterplans Migration" des deutschen Innenministers Horst Seehofer (CSU). Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, die Bundesagentur für Arbeit, Jugendämter, Justiz- und Ausländerbehörden sollen dort vertreten sein. Kurze Wege sollen die Verfahren beschleunigen. Die Ankerzentren stehen im Koalitionsvertrag der schwarz-roten Bundesregierung, die Umsetzung liegt bei den Ländern. Während die meisten anderen Länder vorerst nicht mitmachen wollen, setzt Bayern den Plan um.

Ebenfalls am Mittwoch trat die Neuregelung zum Familiennachzug bei Flüchtlingen mit eingeschränktem Schutz in Kraft; monatlich 1000 Angehörige dürfen einreisen. Berechtigt sind Ehepartner, Kinder und Eltern Minderjähriger.

Schlechte CSU-Umfragewerte


Der im Juli ausgetragene Streit zwischen CSU und Schwesterpartei CDU um die Asylpolitik erweist sich als Bumerang für die bayerischen Christsozialen. Laut Umfrage für Sat.1 meinen nur 37 Prozent der Bayern, dass die CSU dabei etwas bewegt habe. Doch 63 Prozent finden, die CSU und Seehofer seien unangemessen mit Kanzlerin Angela Merkel umgegangen. Zweieinhalb Monate vor der Landtagswahl im Freistaat verharrt die CSU bei 39 Prozent.