• vom 07.08.2018, 15:46 Uhr

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Update: 07.08.2018, 16:09 Uhr

Serbien

Präsident Vucic für "langfristigen Frieden"




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Von WZ Online / APA

  • Serbischer Präsident erinnert sich an den Ahtisaari-Plan.

Vucic will besonderen Schutz für serbische Skaralbauten wie das Patriarchenkloster Peć.

Vucic will besonderen Schutz für serbische Skaralbauten wie das Patriarchenkloster Peć.© Vanjagenije - CC 3.0 Vucic will besonderen Schutz für serbische Skaralbauten wie das Patriarchenkloster Peć.© Vanjagenije - CC 3.0

Nach der jüngsten Spannung zwischen Belgrad und Prishtina hat der serbische Präsident Aleksandar Vucic am Dienstag für einen "langfristigen Frieden" mit Albanern plädiert. Gleichzeitig schloss er eventuelle einseitige Aktionen der serbischen Minderheit im Kosovo - wie die Erklärung ihrer Autonomie - aus.

"Eine Lösung des Kosovo-Problems ist möglichst schnell notwendig", forderte Vucic. Dabei gehe es nicht ums Gewinnen, sondern um eine Zukunft - wenn es Serben und Albanern gelingt, eine "vernünftige Lösung zu finden". Einige Probleme, wie der Status der serbisch-orthodoxen Kirche oder Eigentumsfragen, sind nach Ansicht des Staatschefs im Rahmen des von der EU im Jahr 2011 initiierten Normalisierungsdialogs zwischen Belgrad und Prishtina zu regeln.

Gleichzeitig berief Vucic sich auch auf den Plan des einstigen UNO-Vermittlers Martti Ahtisaari, ohne ihn auch direkt zu erwähnen. Belgrad lehnte den sogenannten Ahtisaari-Vorschlag vom Februar 2007 strikt ab. Dieser sah unter anderem einen zusätzlichen Schutz für die serbisch-orthodoxe Kirche im Kosovo durch die Bildung von 45 Schutzzonen für die wichtigsten Kirchen und Klöster vor.

Der serbische Präsident meinte nun, bei einer Lösung der Kosovo-Frage werde man entscheiden, wie viele solche Zonen es geben soll. Vucic ist damit - wenn auch nicht direkt erwähnt - der erste Politiker Belgrads, der sich positiv zur Idee Ahtisaaris äußerte. Der Plan des UNO-Vermittlers war damals von Prishtina akzeptiert worden.

Zuletzt war in Serbien und dem Kosovo spekuliert worden, dass Serben im Nord-Kosovo zum Ärger der Regierung in Prishtina einseitig ihre Autonomie verkünden wollen. Prishtina bastelt derzeit noch immer an der Satzung der künftigen Gemeinschaft der serbischen Gemeinden, eine Art Autonomie der Serben - und Teil des Normalisierungsdialogs.

Die frühere südserbische Provinz Kosovo hatte 2008 einseitig ihre Unabhängigkeit verkündet und wurde mittlerweile von mehr als 100 UNO-Mitgliedstaaten - darunter auch Österreich - anerkannt. Belgrad lehnt es hingegen nach wie vor ab, die Unabhängigkeit des Kosovo anzuerkennen. Der Normalisierungsdialog soll mit einem rechtlich bindenden Abkommen, womöglich im kommenden Jahr, abgeschlossen werden. Das ist notwendig für die EU-Annäherung beider Länder.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-07 15:49:19
Letzte Änderung am 2018-08-07 16:09:18


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