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London. Ex-Außenminister Boris Johnson muss sich wegen umstrittener Burka-Äußerungen einem Disziplinarverfahren der Konservativen Partei in Großbritannien stellen. Das berichteten mehrere Medien unter Berufung auf Parteikreise. Im Extremfall droht ihm dabei der Parteiausschluss.

Johnson steht in der Kritik, weil er Frauen mit Vollverschleierung in seiner wöchentlichen Kolumne im "Telegraph" mit "Bankräubern" und "Briefkästen" verglichen hatte. Ihm wird vorgeworfen, damit Stimmung gegen Muslime machen zu wollen und sich bei rechtskonservativen Wählern anzubiedern. Selbst Premierministerin Theresa May hatte sich den Forderungen nach einer Entschuldigung angeschlossen. "Ich glaube, wir sollten alle mit der Sprache und den Begriffen, die wir verwenden, sehr umsichtig sein", sagte May. Auch weitere konservative Parteikollegen Johnsons kritisierten seine Wortwahl. Johnson lehnte Berichten zufolge eine Entschuldigung ab.

Er war im Juli im Streit um die Pläne Mays für den EU-Austritt zurückgetreten. Dem ehemaligen Wortführer der Brexit-Kampagne werden Ambitionen auf das Amt des Premiers nachgesagt. Nach einer Umfrage unter Tory-Anhängern ist er der Favorit für die Nachfolge von May.